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»Ist das äußere Schicksal über mich hingegangen wie über alle, unabwendbar und von Göttern verhängt, so ist mein inneres Geschick doch mein eigenes Werk gewesen, dessen Süße oder Bitterkeit mir zukommt und für das ich die Verantwortung allein auf mich zu nehmen denke.«
(H.Hesse in "Gertrud")
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| Hanna |
| Nochmal herzlichen Dank für die Hilfe und du hast einen sehr tollen Blog ! (: |
| 26.11.2011-16:21 |
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| Gartenfee |
| Hi, bist du gar nicht mehr hier am Werk??? Das wäre aber schaade. |
| 25.2.2011-23:00 |
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| patricia |
| wie heißt deine lehrerin!!!!!!!! |
| 1.3.2008-16:20 |
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| NIcole |
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Hey, ich find das super das Du Dich durchgesetzt hast bei den anderen Müttern. Ist doch egal was die sagen. Bin stolz auf Dich. lieben Gruß
NIcki |
| 30.3.2007-9:25 |
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| Renate |
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Hallo, ich habe nicht herausgefunden, wie ich dich ansprechen kann. Ich lese jetzt durch ZUfall schonfast eine Stunde in deinem Blog. Du hast einenherzerfrischenden Humor und man kanneigentlich gar nicht aufhören, zu lesen. Vor allem, wenndu über den Nachwuchs schreibst, ist es so richtig lieb!
Ich gratuliere dich, dass du manch' Ungutes hinter dich gebracht hast! War gerne da! Lb. Grüße RENATE |
| 2.3.2007-18:21 |
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Blogeinträge (themensortiert)
Thema: Erlebnisse
Spielplatzmonolog
Da saß ich nun. Das Plätzchen war sonnig, mein Buch bereits aufgeschlagen, unser Spielplatzpicknickkorb für alle hungrigen und durstigen, kleinen und großen Münder bereit gestellt.
Die Kinder spielten und amüsierten sich prächtig. Einigen schönen Stunden stand nichts mehr im Wege.
Stand? Nein, stand definitiv nicht, aber dafür setzte sich eine Mutter mittleren Alters neben mich, zündete sich eine Zigarette an, schmierte ihre vor Schmutz starrenden Finger an ihrem ebenso vor eben solchem starrenden vormals weißen T-Shirt ab, schaute mich an und fing an zu reden:
"Sind deine schon inne Schule?" Da keine Atempause blieb, um meine Antwort abzusetzen gehe ich davon aus, dass eine solche auch erst gar nicht erwartet wurde:
"Nee, wat? Die Große is inne Vorschule, odda? Seh ich schon. Sei froh. Ich hab jetzt den zweiten inne Schule und datt is sonne Scheiße kerr." [An dieser Stelle wurde tief inhaliert und mit ausstoßendem Qualm ging es weiter!]
"Ich frach mich, für watt die die Lehrer bezahlen. Sitzen auf ihre fetten Ärsche und wennse ma was tun solln kriegense den nich hoch..." Verstohlen schielte ich zu meinem Allerwertesten. Ein Stoßseufzer entrang sich mir. MICH konnte die Dame nicht meinen, denn, obwohl dick ist mir mein Po doch in den letzten Wochen abhanden gekommen.
Meinen Seufzer gänzlich falsch deutend fühlte sich die Dame, nach mehreren Zigarettenzügen, erneut animiert mir weiter zu berichten:
"Ich mein, wozu kriegn die die Kohle. Sitzen rum und machen nix. Ich hab der Frau jetzt schon zigmal gesagt, datt wir datt mit den Hausaufgaben so nich hinbekommen. Ich hab auch noch watt anderet zu tun. Mensch. Leb ich denn für die Schule oder watt?"
Eine rein rethorische Frage, so viel war mir klar, also nickte ich einfach mal bestätigend mit dem Kopf - mir schien diese Geste am unverfänglichsten.
"Und dann die ganze Scheiße mit die ganzen Blätter. Diese Mappe, nein, andere Mappe, nein. Als ob datt nich egal wär. Kerr, im Kindergarten is datt richtig entspannt dagegen. Sei froh, dasse deine noch im Kindergarten hass. Schule is nur Stress."
In diesem Moment schmiss ihr Sohn eine Schaufel Sand auf den Kopf eines anderes Kindes und meine beredte Gesprächspartnerin war kurzzeitig abgelenkt:
"Ey, Moritz, lass datt sein, sonst schmeiß ich dir auchma ne Kanne Sand ins Gesicht!", sprachs und wandte sich seufzend mir zu:
"Wenn datt nich alles noch so sauteuer wär. Und dann steht auch noch jeden Tag watt im Heft. Zu spät gekommen. Hausaufgaben nicht gemacht. Kein Tunrzeug dabei. Ich hab nur einen Kopp, das hab ich der Frau jetzt schon tausend mal gesagt. Kann ich mir alles merken oder watt?"
Selbstverständlich nicht, bestätigend nickte ich mit dem Kopf als es nach dem Entzünden einer neuen Zigarette direkt weiter ging:
"Datt sind wieso alles frustrierte Jungfrauen. Guck se dir doch an, wie se inne Schule hocken und die Beine zusammenkneifen....!"
An dieser Stelle konnte ich mir ein Stirnrunzeln nicht verkneifen, aber zu sehr mit dem Rauchen und ihren Gedanken beschäftigt monologisierte die Dame munter weiter:
"Solln die ma selbst Kinder kriegn. Dann würdste sehn, wie die nicht klar kommen. Immer die schlauen Sprüche und sonst nichts. Als ob die wüssten, watt Arbeit is. Gehn morgens schön inne Schule und lassen sich dabei zu Hause datt Haus putzen."
Ach ja??
"Wenn ich watt zu sagen hätte, die kriecht ich ans Arbeiten, datt sach ich dir!"
Mittlerweile war ich völlig gebannt von diesem Monolog, mein Buch hätte nicht unterhaltsamer sein können.
"Sei froh, dasse deine noch im Kindergarten hass!" beendete die Dame ihren Monolog, wandte sich mir erstmals zu und verabschiedete sich mit den Worten:
"Bisse öfter hier? Ich bin immer total froh, wenn ich ma einen zum Reden find. Meistens triffse hier ja nur Gossennieten!"
S. 10.09.2005, 17.23 | (7/1) Kommentare (RSS) | TB | PL
der Stuhl auf der Fahrbahn
Ich höre anscheinend sehr selektiv. Während meiner Autofahrten höre ich grundsätzlich Radio, also auch den Verkehrsfunk. Dies, so sollte man meinen, ist ja auch durchaus sinnvoll.
Nur allein, ich höre zwar, aber ohne etwas mitzukriegen.
Natürlich habe ich gehört, dass ein Stuhl auf der Fahrbahn steht. Ich habe auch gehört, dass er in der Nähe "meiner" Anschlussstelle stehen muss.
Seltsamerweise hat mich der Anblick genau dieses Stuhles, ca. zwei Minuten nach der Radiowarnung, dann doch, na, sagen wir mal, großzügig überrascht.
Sicher, ich hätte zuvor einen Zusammenhang zwischen Radiowarnung und meiner Wegstrecke feststellen müssen, aber irgendwie verband ich diesen Stuhl weder mit mir, noch mit meinem Fahrtweg, noch mit meinem Auto.
Sagen wir mal so. Nun steht der Stuhl nicht mehr da.
S. 06.09.2005, 14.13 | (4/0) Kommentare (RSS) | TB | PL
Kinder und Kritikfähigkeit
Heute morgen überraschte mich Lena mit einem wunderschön zugeschnittenen Eiskristall. Sie hatte sich einfach an den Tisch gesetzt und fing an zu basteln. Das Ergebnis sah wunderschön aus und natürlich sagte ich ihr das auch.
Gemeinsam hingen wir ihr Werk auf und besahen uns es eine ganze Weile.
Anschließend wollte Lena gerne weiter basteln.
Fünf Minuten später stürmte Lena erneut zu mir und warf mir ca. 20 Zeichenblockblätter "vor die Nase".
In jedes Blatt war ein ca. 2 mm langer Schnitt - sonst nichts. Nichts Gemaltes. Nichts weiter Gebasteltes, nur dieser Schnitt.
Mittlerweile weiß ich ja, dass nicht alles, was nach nichts aussieht auch NICHTS sein muss. Also fragte ich nach, was die Werke zu bedeuten hätten.
Die Antwort: ein Achselzucken.
Aha.
Nun gehöre ich jenen Menschen an, die gerne loben, so es denn etwas zu loben gibt. Allerdings lobe ich nicht um des Lobens willen.
Ich legte die Blätter vor mich hin. Nicht achtlos, aber auch nicht mit einem freudeüberströmenden Wortwasserfall.
"Gefallen die dir nicht?"
"Nein, nicht so sehr, wie dein erstes Bild. Hier sind keine so schönen Muster und ich kann nicht so ganz recht etwas damit anfangen!"
Tränen. Geweine. Entsetzen. Tränen. Gejammere.
Also erklärte ich in aller Ruhe, dass ich zwanzig minimal eingeschnittene Blätter nicht zwangsläufig schön finde, nur weil es viele sind.
Das eine, liebevoll gestaltete Blatt mir nunmal weitaus besser gefiele.
Tränen. Tränen Tränen.
"Dann geh ich damit zum Papa!" sprach Lena und kam freudestrahlend zurück "Der Papa wollte die Bilder haben!"
Nun denn. Ich bin die böse Mama. Die, die die Bilder missachtet. Nicht immer und ständig lobt. Die, die meint, auch mit Kritik müssen Kinder lernen umzugehen.
Die, die nach wie vor findet, dass ein Miniritz in zwanzig Blättern kein Grund ist, vor Lob zu vergehen.
Lena sieht das anders.
Keine Ahnung, wer von uns beiden nun wirklich Recht hat.
S. 27.08.2005, 13.24 | (3/0) Kommentare (RSS) | TB | PL
der feine Unterschied
Hin und wieder bekomme ich ja so einiges mit.
er (vor einigen Wochen): "Mist, ich bin heute geblitzt worden!"
sie (freundlich): "Und? Wie viel bist du zu schnell gefahren?"
er: "Ich glaub da war 100 und ich bin so 110 oder 120 gefahren!"
sie (freundlich und tröstend): "Ach je, hätte mir auch passieren können!"
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sie (gestern): "Ich bin heute geblitzt worden!"
er (völlig entnervt): "WO?"
sie: "Als ich bei Aldi rechts abgebogen bin!"
er (sehr laut und genervt): "Da ist 30 Mann!"
sie: "30 ??? Oh, ich glaub, ich bin so 50 oder so gefahren."
er (laut motzend): "Na super. Bestimmt ist die Fleppe weg. Herzlichen Glückwunsch! Gut, dass überall Schilder stehen!"
S. 12.08.2005, 21.18 | (0/0) Kommentare | TB | PL
darf ich vorstellen ... ??
Ich bin die Frau, die - geschickt mitgedacht - die Negerküsse auf alle übrigen Einkäufe packt nur um dann - wenige Minuten später - ihre tonnenschwere Sporttasche auf besagte Einkäufe plumpsen zu lassen.
Irgendwie bin ich dann auch noch jene Frau, die sich - zu Hause angekommen - gänzlich überrascht und erstaunt über weiß-klebrige Spuren im Kofferraum wundert und sich allen Ernstes fragt, warum die Unterseite ihrer Sporttasche schneckenähnliche Gleitspuren hinterlässt.
Noch Fragen?
S. 09.08.2005, 12.52 | (2/0) Kommentare (RSS) | TB | PL
Lernstunde
"Und Pfifferlinge gehören nie ins Wasser, Susanne, hörst du?" Aber sicher, ich höre. Schließlich bin ich noch nicht taub, auch wenn man dies bei der Lautstärke des stets und ständig von sich Gegebenen schnell werden könnte. "Hast du denn keinen größeren Topf?" Sicher, ich habe Töpfe in sämtlichen Größen. Ganz gewiss auch einen in Größe XXL, weil es so häufig vorkommt, dass ich zwölf Klöße auf einmal koche für unsere zauberhafte Familie, in der ich die einzige bin, die Klöße mag.
Mein Kühlschrank müsste abgetaut werden. Das Ceranfeld hat Macken. Die Armaturen im Bad bekommt man schnell mit Essig wieder auf Saubermann und die Blumen bräuchten wirklich mal Wasser. "Vor dem Gießen fühlst du einfach mit dem Finger in die Erde!" sooo, *zeig*, Finger in die Erde steck "und schon weißt du, ob sie Wasser brauchen!"
Das Altpapier sollte niemals so lange in einer Kiste unter der Eckbank stehen. Wer weiß, was sich da für Ungeziefer bilden kann. Apropos, Silberfische kommen daher, wenn man zu viel Feuchtigkeit auf dem Boden lässt.
"Was ist mit deinen Haaren passiert? Noch knalliger geht es wohl nicht, oder? Du solltest daran denken, dass du in Kürze 36 wirst und zwei Kinder hast!"
[Nicht, dass die Gefahr bestünde dies jemals zu vergessen!]
An die Fenster müssten Fliegengitter, nicht nur in der Küche, auch im Wohnzimmer. Der Flur ist so sauber auch nicht mehr. Muss man die Bügelwäsche in Klappkisten sammeln?
"Wie viel hast du denn jetzt abgenommen? Sieh ja zu, dass du nicht wieder so fett wirst. Bisschen was kann ja durchaus noch runter!"
Ja, die Tischdecke ist schön, aber die Kanten hätte man durchaus akkurater bügeln können.
"Und weshalb isst du jetzt das Wild nicht? Die Kinder lernen das ja von dir mit dem Herumgezimperln beim Essen!"
Einen neuen Fliesenreiniger gibt es jetzt auch. Und für die Dusche, etwas zum Entkalken. Na, die Hose hat aber auch schonmal bessere Tage gesehen.
"Und, heute Abend Sport? Geh mal ruhig, sei nicht so faul. Tu was!"
Nun ja. ich wäre gegangen. Wirklich. Ganz bestimmt. Sogar verabredet war ich. Hatte mir fest vorgenommen BOB (keine Ahnung was das zu bedeuten hat) auszuprobieren. Nur die Nonstop Lernstunde von heute Mittag bis zum Spätnachmittag hat mich derart schachmattet, dass nichts mehr geht.
Man lernt doch nie aus im Leben.
Nie.
So viel steht fest.
S. 08.08.2005, 20.21 | (3/1) Kommentare (RSS) | TB | PL
Stewardess
Stewardess ist kein Job für mich. Nein, ehrlich. Ich meine, gut, vor zig Jahren war es selbstverständlich mein Jugendtraum, aber wie das so geht im Leben, die Jugendträume erweisen sich in der Realität nicht zwingend als so rosig, wie erhofft.
Nicht, dass ich je in den Genuss gekommen wäre mal in diesen Job hineinschnuppern zu können. Nein, das nicht gerade. Aber immerhin war ich so wagemutig eine sieben bis achtstündige Autofahrt mit einer drei- und einer fünfjährigen liebenswerten Passagierin anzutreten.
Mein sowieso nur schwach ausgeprägtes Mutterwarngern hatte mal wieder versagt und so setzte ich mich relativ frohgemut auf den Beifahrersitz, zwischen mir einen Proviantkorb, diverses, völlig durcheinander geratenes Kartenmaterial und in mir die gute Hoffnung auf ein paar Tage RUHE und Auszeit.
Wir fuhren aus unserer Einfahrt und alles war gut.
Es mag bei Kilometer 0,6 gewesen sein, als Sophia von hinten rief: "Ich muss Pipi!" Ha, kein Problem, zwar waren wir gerade - ungefähr fünf Minuten zuvor - auf der Toliette gewesen um genau SO einen FALL zu vermeiden, aber wir waren frisch, wir waren unbedarft und ausflugsjung.
Abgeschnallt, über den Korb und die Karten nach draußen balanciert, Kind ausgeschnallt, in die Büsche geeilt, Kind wieder angeschnallt, über das Chaos gestiegen, selber angeschnallt, weitergefahren.
Kleine Zeitverzögerung von vielleicht vier Minuten.
Muss ich erwähnen, dass Lena beteuerte nicht zu müssen?
Es muss bei - geschätztem - Kilometer 1 gewesen sein, als Lena einfiel, sie müsse eventuell doch mal ganz außerordenlich dringend. Während Sophia einen leichten Appetit verspürte, aber auf keinen Fall Gurke oder Tomate, lieber einen selbstgebackenen Keks von Oma zu verspeisen wünschte.
Während die hungrige kleine Dame einen kleinen, aber lautstarken Tobsuchtsanfall durchlebte, als ich ihr mitteilte, Omas Kekse hätten wir definitiv nicht dabei, dafür aber Gurke und Tomaten, begann Lena zu jammern, sie müsse wirklich dringend. Jetzt und nicht gleich.
Tomaten und weise Sprüche verteilend schob ich all dies auf die Anfangsaufregung. [Mir war zum damaligen Zeitpunkt durchaus nicht bewusst, dass die Anfangsaufregung in den mittleren Erregungszustand, dieser dann in dem Ichkannundwillnichtmehrgenöle münden würde!]
Wir hielten - kurz - ich stieg und schnallte ab und an und verschwand in den Büschen - diesmal schaffte ich all dies bereits in ca. drei Minuten.
Bis Kilometer 4 herrschte Ruhe. Nein, das habe ich jetzt missverständlich ausgedrückt. Es herrschte natürlich nicht wirklich Ruhe, sondern wir wurden auf beglückend angenehme Weise von Baby Borns wunderbaren Liedern beschallt. Die einprägsamen und sinnreichen Texte wie: "Kolonne 17 das sind wir, die schnellsten Raupen im Revier...!" bekommt man so rasch nicht wieder aus seinen für Musik zuständigen Gehirnteilen, aber wie war das?
Wir waren frisch, wir waren unbedarft und wir waren ausflugsjung.
Ich erinnere mich gut an Kilometer 7, als der erste klitzekleine schwesterliche Streit entbrandte. Es bildete sich eine Baby Born und eine Bibi Blocksberg Fraktion. Beide sehr lautstark und sehr wenig kompromissbereit.
Wir, als einzige pädagogisch Recht ausübende Kraft im Fahrzeug, entschieden diplomatisch gegen beide Vorschläge, woraufhin sich die beiden gegnerischen Parteien miteinander verbündeten und - weiterhin lautstark - feststellten, sie hätten die gemeinsten Eltern der Welt.
Damit konnten wir einigermaßen gut leben und erst bei Kilometer 10 erwischte uns der nächste Toilettenangriff. Mittlerweile fast Profis kappten wir die 3 Minuten Grenze und fuhren frohen Mutes weiter.
Im Laufe der Fahrt musste ich häufig an den Beruf der Stewardess denken.
"Mama, ich hab Durst!"
"Schatz, kannst du mir bitte einen Kaffee einschütten!"
Kolonne 17 das sind wir
"Mama, ich möchte eine Tomate!"
"Mama, kann ich mal das Laura Buch sehen!"
"Schatz, haben wir Bananen?"
"Mama, ich will auch eine Banane!"
"Mama, ich auch und was zu trinken!"
"Mama, wann sind wir dahaaaa?"
"Schatz, mussten wir hier raus!"
Kolonne 17 das sind wir
"Mama, mach doch Bibi an, bitte!"
"Mama, nein, ich will Baby Born hören!"
"Mama, ich will lieber Süßes. Keine Gurke!"
"Schahatz? Mussten wir hier raus?"
"Mama, ich muss Pipi!"
"Schaaaahatz! Kannst du nicht mal darauf achten, was auf den Schildern steht?" "Mama, Lena hat mir meine Puppe weggenimmt!°
"Haben wir noch Kaffee!"
"Mama, wenn die Menschen tot sind, wie machen die dann AA?"
"Wann sind wir daha?"
"Süßstoff, reichst du mir mal bitte Süßstoff?"
"Mama, wann sind wir endlich daha?"
Kolonne 17 das sind wir
"Mama, ich will was essen. Aber mal was leckeres!"
"Mama, die Sophia nimmt mir immer alles weg und die hat ihren Fuß hier bei mir!"
"Ich muss Pipi!"
"Mama, warum gibst du mir nicht endlich mal was Süßes?"
"Schatz, haben wir Frikadellen?"
"Mama, ich will auch eine Frikadelle!"
"Boah, Mama, warum haben wir keine Frikadellen?"
"Ja, warum hast du keine Frikadellen gemacht?"
"Mama, wann sind wir daha? "Mama, ich muss auf die Toilette!"
Es muss bei Kilometer 700 gewesen sein oder so. Mit einem Male verspürte ich den Drang auch mal eine Toilette aufsuchen zu müssen. Ich wagt zaghaft mein Anliegen kund zu tun.
"Boah, Mama, müssen wir schon wieder anhalten? Wir wollen auch mal ankommen!"
Ist es nicht schön, wenn Vater und Töchter sich einig sind?
Die herrlich entspannte Fahrt wurde bei Kilometer 710 dann ein wenig unentspannter, als man mir auftrug, das Kartenmaterial zur Hand zu nehmen und wegweisend tätig zu werden.
Nicht, dass dabei die anderweitigen Pflichten vernachlässig werden durften. Hunger, Durst und andere Wichtigkeiten machten selbstverständlich keine Pause und so reichte ich Obst und Wasser, plemperte hier auf die Karte, dort auf die Hose, hielt die Karte ein klein wenig falsch herum was zu leichten Navigationsproblemen und männlicher Entnervung führte und fragte mich, wie ich um Himmelswillen auf die Idee gekommen war, mit einer ganzer Familie eine Autofahrt von mehr als 40 Kilometern anzutreten?
Das Selbsteingeständnis meiner geistigen Unzurechnungsfähigkeit half uns in diesem Falle nicht wirklich weiter, also reichte ich wieder an, gab weiter, sang mit, schlug mich in die Büsche, schaute auf die Karte, antwortete, mahnte, lobte und sandte jede Menge Achtung an all jene Damen und Herren, die das Reichen und Antworten zu ihrem Beruf gemacht haben. Meine Hochachtung. Doch für mich, für mich wäre das nichts. So viel steht fest.
S. 06.08.2005, 21.03 | (0/0) Kommentare | TB | PL
ich werd es nie lernen
Vor zwei Wochen war ich beruflicherseits Protokollführerin. Ich schrieb mir die Hände wund, schrieb zehn DIN A4 Seiten und fasste während meiner chaotischen Notizen den guten Vorsatz, besagte Schreibseleien noch am selben Abend abzutippen, also ins Reine zu schreiben.
Morgen muss das Protokoll vorliegen und verlesen werden. [Welche Überraschung nach 14 Tagen!!]. Soeben bin ich auf die glorreiche Idee gekommen, meine Notizen zu suchen. Leicht angeknuddelt fand ich sie letztlich auch - es hat mich nur läppische 30 Minuten meiner kostbaren Abendzeit gekostet - und nun sitze ich hier und versuche meine Hyroglyphen zu enträtseln.
Schön auch die diversen Anhänge, die man mit immerzu gereicht hatte und die ich achtlos in meine Tasche zwängte. Nicht, dass ich heute noch eine Ahnung davon habe, was dieses oder jenes zu bedeuten hat.
Besonders gelungen aber sind meine damals spontan gewählten Abkürzungen. Immerhin kann ich heute mutmaßen, was ich damals meinte. Ob ich damit dann immer so richtig liegen werde sei dahin gestellt.
Was zum Beispiel meinte ich mit:
komp. ÜN d. FöVe
Nun, es ist Montag Abend. Die Kinder schlafen. Im Fernsehen läuft kein Börne und Thiel, mein Buch wartet zwar auf mich, ist aber geduldig - Zeit genug, das Rätsel zu lösen...
S. 16.05.2005, 19.16 | (3/3) Kommentare (RSS) | TB | PL
Börne und Thiel
Ich schaue nie fern. Schon lange nicht mehr. Wenn, dann schaue ich gemeinsam mit den Kindern etwas. Ich selber habe es so gut wie aufgegeben irgendetwas Gescheites oder gut Unterhaltendes im Programm heraus zu fischen. Meine Bücher sind mir lieber. Eine Ausnahme jedoch gibt es. Immer wenn Professor Börne und Komissar Thiel im Tatort ermitteln muss ich den Fernseher anschalten.

Nun schweigt der Fernseher wieder bis November. Genauer bis zum 20. November, erst dann ermitteln die beiden nämlich wieder.
Schade eigentlich.
S. 16.05.2005, 07.21 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL
Friseurbesuch
Nachdem uns der Kinderarzt bescheinigte, dass Sophia niemanden mehr anstecken kann, wagte ich es, allein mit beiden Kindern den Friseur aufzusuchen.
Die Erfahrung lehrte mich: Gehe nie mit einem Windpocken-gesichtigem Kind (wenn auch nicht mehr ansteckend) auf die Straße.
Wenn Blicke töten könnten, hätten wir alle drei nicht überlebt.
Nun gut, aber der Friseurbesuch. Zunächst wurde Lenas Haar geschnitten und frisiert, in dieser Zeit konnte ich mich mit Sophia beschäftigen, die gerne mal Quatsch macht.
Irgendwann war Lena nun aber "fertig" und ich an der Reihe.
"Es muss schnell gehen!", erklärte ich der Friseuse, wohl wissend, dass meine Kinder nur wenige Minuten bräuchten, um den Laden auseinander zu nehmen.
Rasant wurde mir also der Schopf gewaschen. Noch spielten unsere Töchter friedlich vor sich hin.
Der erste Aufschrei schreckte mich auf, als mein Pony geschnitten wurde.
Er erschreckte nicht nur mich, nein, auch die Friseuse war derart irritiert, dass sie den Pony direkt gänzlich abschnitt.
Ganz auf meine streitenden Töchter fixiert bekam ich das erst ein wenig später mit. Zu spät. Mittlerweile hatte nicht nur mein Pony das Zeitliche gesegnet, ich hatte auch sonst nicht mehr wirklich viel Haare auf dem Kopf. Um nicht zu sagen: Ich bin nun sehr kurzhaarig und um das Wissen reicher, dass es keine ausgesprochen gute Idee ist, mit zwei kleinen Streithähnen zum Friseur zu gehen.
Man stelle sich eine hilflos unter diesem Friseurumhang gefangene Mutter und deren bezaubernde Kinder vor. Während die Kinder lautstark um einige Bonbons streiten, die man ihnen geschenkt hatte, versucht die an den Stuhl "gebundene" Mutter, weise und geduldig den Streit der Kinder zu schlichten. Ich meine, ich konnte sehr schlecht durch den ganzen Laden brüllen: "Nun ist es aber gut!" oder etwas in dieser Art.
Während man mich fragte: "Die Ohren frei!" antwortete ich auf Lenas Frage: "Mama dürfen wir die Bonbons essen?" mit "Ja!" Diese Antwort jedoch bezog die Friseuse auf sich und schnibbelte was das Zeug hielt. Als ich mich dazu äußern sollte, ob ein Zentimeter okay sei, musste ich erstmal Sophia mit einem "Ja klar!" auf die geschrieene Frage: "Mama, fahrn wir dleich nach Hause?" beruhigen. Und die gute Dame schnitt und schnitt.
"Mama, die Sophia schmeißt die Bonbons durch den Laden!"
"Nein, dar nicht, Mama, ich will auch Bonbons haben!"
"Wohl, wohl, du machst das wohl!"
"Mama, krieg ich mehr Bonbons?"
"Haben Sie das Deckhaar sonst ein wenig länger getragen?"
"Nein!"
Obwohl ich klar die Bonbons und Sophia meinte, war mein Deckhaar just in diesem Moment nahezu verschwunden.
"Mama, die Lena dibt mir dar nix ab!"
"Wohl, du hast drei und ich hab zehn. Ich hab das genau geteilt!"
"Ja, Mama, aber die Lena hat danz viele und ich hab danz wenig!"
"Neihein, Phia, du hast wenig, weil du auch erst drei bist!"
"Mama, ich will nicht drei sein!"
"Bist du aber, bist du aber!"
"Dar nicht, dar nicht!"
"Wohool!"
"Mama, ne, ich bin dar nicht drei, oder?"
"Diese Haare hier nicht abschneiden, oder?"
"Doch!"
Und so schwanden sie denn, meine Haare. Als ich endlich zum Föhn greifen konnte hatten unsere Töchter sich abgeregt und ich konnte entspannt in den Spiegel schauen.
Es kostete mich einen argen Haufen Selbstdisziplin und große Anstrengung keinen Schreianfall zu bekommen.
Kurz. Kürzer. Arg kurz.
"Tuck, mal, Lena, die Mama ist detz ein Mann!", hauchte Sophia völlig gebannt. Unsere Große jedoch wusste das selbstverständlich besser:
"Quatsch, Phia, die Mama hat doch keinen Schniedel!", posaunte sie heraus, womit wir dann endgültig der Aufmerksamkeit aller Kundinnen und Kunden gewiss sein konnten.
Wirklich entspannend so ein Friseurbesuch. Doch wie sagte man mir gerade tröstend:
"Freu dich doch, zeigt die Waage morgen eben weniger an!"
S. 13.05.2005, 15.47 | (4/1) Kommentare (RSS) | TB | PL


