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»Ist das äußere Schicksal über mich hingegangen wie über alle, unabwendbar und von Göttern verhängt, so ist mein inneres Geschick doch mein eigenes Werk gewesen, dessen Süße oder Bitterkeit mir zukommt und für das ich die Verantwortung allein auf mich zu nehmen denke.«

(H.Hesse in "Gertrud")








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Hanna
Nochmal herzlichen Dank für die Hilfe und du hast einen sehr tollen Blog ! (:
26.11.2011-16:21
Gartenfee
Hi, bist du gar nicht mehr hier am Werk??? Das wäre aber schaade.
25.2.2011-23:00
patricia
wie heißt deine lehrerin!!!!!!!!
1.3.2008-16:20
NIcole
Hey, ich find das super das Du Dich durchgesetzt hast bei den anderen Müttern. Ist doch egal was die sagen. Bin stolz auf Dich. lieben Gruß
NIcki
30.3.2007-9:25
Renate
Hallo, ich habe nicht herausgefunden, wie ich dich ansprechen kann. Ich lese jetzt durch ZUfall schonfast eine Stunde in deinem Blog. Du hast einenherzerfrischenden Humor und man kanneigentlich gar nicht aufhören, zu lesen. Vor allem, wenndu über den Nachwuchs schreibst, ist es so richtig lieb!
Ich gratuliere dich, dass du manch' Ungutes hinter dich gebracht hast! War gerne da!

Lb. Grüße RENATE
2.3.2007-18:21
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Blogeinträge (themensortiert)

Thema: Erlebnisse

Arztgespräch

Nach einer durchbrochenen Nacht vor der Kloschüssel, mitunter recht hilflos ob der Entscheidung, welches Körperteil - Po oder Kopf - nun Vorrang hat, fühlte ich mich heute morgen - gelinde gesagt - wie "ausgebrochen".
Wackelige Knie, kalter Schweiß - mir war hundeelend.

So fuhr ich denn - statt zur Schule - zu meinem sehr netten Hausarzt. Dieser - sehr nette - Hausarzt weilte jedoch im Urlaub, hatte aber, vorsorglich, für eine - wenn auch weniger nette - Vertretung gesorgt.

"Setzen!", befahl mir die Dame, als ich endlich das Sprechzimmer betreten durfte. Wild auf ihrer Tastatur einhämmernd wollte sie anschließend wissen: "Was ist es bei Ihnen?"

Auschweifend, detaillgetreu und anschaulich berichtete ich nun also von meiner letzten Nacht.
Ohne jegliche Regung hämmerte die Dame weiterhin auf die Tastatur ein und herrschte mich plötzlich an: "Berufstätig?"

Dieses eine Wort allein schien mir zu implizieren, dass eine etwaige Berufstätigkeit meinerseits, verbunden mit dem Krankheitsbild, in den Augen dieser Dame wohl einem Verbrechen gleich käme.

"Ja!" wagte ich dennoch laut und deutlich zu äußern, was mir einen ersten, wenn auch kurzen und kaum erwähnenswerten Blick ihrerseits einbrachte.

"Was JA", blafft die Dame mich daraufhin an "als was?"

Nun ist es in Zeiten von Lehrerhasserbüchern ja nahezu lebensgefährlich zu seinem Lehrerberuf zu stehen und so bedurfte es selbstverständlich all meines Restmutes, um offen und ehrlich zu bekennen: "Ich bin Grundschullehrerin!"

Sofort hörte das Tastengerammel auf und erstmalig nahm die Dame mich - nicht ohne ein gewisses Stirnrunzeln - zur Kenntnis.

"Müssten Sie dann jetzt nicht im Unterricht sein?" wollte sie nun wissen und ich sah ihre Gedanken in fetten Lettern über ihre Stirn spazieren: FAULES PACK!

"Ja", wollte ich gerade ich meine Erklärung starten, als sie mich brüsk unterbrach: "Toilletten werden Sie doch an Ihrer Schule wohl haben, oder?"

Dies war der Augenblick in dem ich innerlich meine Fäuste ballte und mir ausmalte, wie es sein würde, die Dame k.o. zu schlagen. Aufgrund des mehr als schlechten Lehrerimages ließ ich dies selbstverständlich bleiben und kostete meinen Sieg nur rein gedanklich aus.

"Ich hielt es nicht für sinnvoll, heute in die Schule zu gehen!", erklärte ich und versuchte meinen hochnäsigsten aller hochnäsigen Lehrerblicke aufzusetzen.

"Das seh ich!" brüskiert mich die Dame und fängt wieder an ihre Tastatur zu bearbeiten. "Und jetzt wollen Sie einen Krankenschein. So ein bisschen Darmrumpeln und schon legt man faul die Beine hoch!"

"Nein, ich denke Sie haben Recht. Es ist sicherlich sinnvoller in die Schule zu fahren, dort alle zwei Minuten aus dem Klassenzimmer in die Toilette zu rennen. Zwischendurch vielleicht mal - so ganz als Anschauung - den Kindern vor die Füße zu brechen.....!"

"Sie sollen die Kinder ja nicht knutschen und knubbeln. Nur unterrichten!" werde ich zurecht gewiesen und dann endlich zückt die Dame ihr Stethoskop, um sich anzuhören, ob es in meinem Darm auch wirklich rumpelt.

Ich erwäge just in diesem Moment ein Arzthasserbuch zu schreiben. Verwerfe die Idee aber direkt wieder, da ich mir schon die Schlagzeilen vorstellen kann:

LEHRERIN HAT AUSREICHEND ZEIT SINNLOSEN HASSTIRADEN GEGEN EHRBAREN BERUF AUSDRUCK ZU GEBEN

"Vomex!", erklärt mir die Dame knapp und entlässt mich mit einer vagen Geste Richtung Tür.

Die Arzthelferinnen sind so freundlich mir das Rezept auszuhändigen. Meine Nachfrage nach meiner heutigen Krankschreibung wird mit einem Achselzucken abgetan.

Langsam und müde trabe ich die Treppen hinunter.
Draußen auf der Straße übergebe ich mich ins nächstbeste Gebüsch.
Ich faules Pack!









S. 14.02.2006, 09.31 | (9/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

immer einen Ausrutscher wert

Es macht sich ziemlich klasse, wenn man einen vollbesetzten Seminarraum - zur Hälfte mit Gymnasiallehrern gefüllt, vor denen wir kleinen Grundschullehrerinnen eh vor Ehrfurcht erstarren - mit einem uneleganten Stolperer über die eigenen Beine betritt, dabei die Tasche fallen lässt, aus der sämtliche wichtigen und unwichtigen Kleinigkeiten herauspurzeln und mit einem lauten Getöse zu Boden stürzt.

Ich denke, das allein hätte vielleicht nicht dafür gesorgt, dass sich allen Teilnehmern mein Name einprägt, aber mir ist es doch glatt gelungen, beim Aufstehen noch eine Tasse Milchkaffee vom Tisch zu reißen, deren Inhalt sich über die vorbereiteten Scripte des Tages ergoss.

Ich stelle mich äußerst gerne mit schamesroten Kopf und lädierter Kleidung in illustrer Runde vor.
Der Eindruck, den man hinterlässt ist irgendwie so prägend.

Da macht es dann auch nicht mehr viel, dass nach einer angemessenen Vergessenszeit ein anderer Teilnehmer quer durch den Raum schreit:

"Frau Sch., ist das ihr Tampon, der hier unter meinem Tisch liegt?"

Ich befürchte, die Tatsache, dass es tatsächlich nicht meiner war, hat mir niemand geglaubt.



S. 28.01.2006, 17.53 | (2/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Rätsel der Menschheit

Heute saß ich also vergnügt in der Sauna und belohnte somit meine ohne Klagen und beinahe mit einem Lächeln versehene Trainingsrunde.
Es waren vielleicht noch drei, vier andere Frauen in der Sauna, als mit einem Male eine junge Frau die Sauna betrat.
Ich wunderte mich ein wenig darüber, dass sie ein Bikini Unterteil aus großen Pailletten trug und sah, dass sie irgendwas in Händen hielt.

Ohne Brille und kontaktlinsenlos bin ich aber recht blind und konnte nicht erkennen, was sie da alles mit in die Sauna brachte.
Die Damen über, unter und neben mir salbten sich bereits wieder mit Honig ein, ein Vorgang, der mir persönlich nach wie vor die Nackenhaare aufstellt.

Froh darüber, dass alles aus meinen Poren herausschwemmt, was da nicht wirklich hingehört, käme ich nie auf die Idee, selbige Poren mit dieser eklig, klebenden Honigmasse zuzupropfen.

Nun gut. Die junge Frau kam neben mir zu sitzen und ich überlegte noch kurz, ob ich sie darauf hinweisen sollte, dass ihre Pailletten am Intimbereich mitunter heiß werden könnten.
Ich rüffelte mich aber direkt selbst, schließlich muss man ja nicht immer und überall den Oberlehrer heraus hängen lässen.

Völlig fasziniert - und mindestens ebenso ungeniert - sah ich zu, wie die Frau sich Wattebäusche zwischen die Zehen stopfte und anfing, ihre Fußnägel zu lackieren.

Nun gehöre ich ja der Zunft der Unlackierenden an. Erstens, weil ich es hässlich finde, zweitens, weil es mir zu viel Gehibbel ist.
Dies jedoch hielt mich nicht davon ab, weiterhin irritiert starrend zu schauen, was da als nächstes passieren würde.

Zunächst geschah nichts weiter, als dass sich ein unmutiges Raunen im Raume breit machte.
Gut, ich wäre auch nicht auf die Idee gekommen, mir während eines Saunagangs die Nägel zu lackieren, aber andere Menschen lesen vermutlich auch kein Buch auf der Toilette.
Wer bin ich also, um den ersten Stein zu werfen?

Was mich am meisten an der ganzen Prozedur beeindruckte, war das zwischenzeitliche Zehenwackeln der Frau.
Sie lackierte einen Fußnagel und dann wackelte sie mit eben diesem Zeh geschwind herum.
Das hatte was, wirklich.

Die Dame über mir entrüstete sich erstmalig, als der erhitzte Nagelnack zu stinken begann:
"Meinst du, das ist der richtige Ort zum Nägellackieren?", schnauzte sie und erhielt die Antwort: "Steht hier irgendwo, dass ich mir nicht die Nägel lackieren darf?"

So betrachtet hatte die Gute recht, andererseits stand auch nirgendwo: Bitte nicht furzen! und dennoch hielten sich alle an das stille Gebot.

Kritisch wurde es, als das Nagellackfläschchen kippte. Es kippte nämlich sehr ungünstig und zwar so, dass sich der blaue Inhalt auf meinem Handtuch ergoss.

Ich muss gestehen, mich verstimmte das ziemlich und ich äußerte unmutig:
"Na prima!"
Die Ironie jedoch prallte gänzlich an der Lackierenden ab, sie meckerte:
"Scheiße, jetzt ist der Lack futsch!"

Auch hierbei ist alles durchaus nur eine Sache der Perspektive. Ich befand nun, meine Toleranzgrenze war überschritten. [Wenn ich auf dem Klo ein Buch lese, schädige ich wenigstens niemanden!]

Also drückte ich der Dame mein besifftes Handtuch in die Hand und bat sie darum, es mir beim nächsten Training doch bitte wieder sauber mitzubringen.
Übrigens sagte ich das ausgesprochen höflich.

Das Handtuch flog mir entgegen und dazu ein:
"Hau ab mit dem Dreck!"

Daraufhin wurde es den Mitsaunierenden zu dumm und sie keiften und zeterten und befanden mich im Recht.

Meine schöne Grundentspannung war dahin und ich zog es vor, meines Weges zu ziehen.

Und was habe ich nun aus dieser kleinen Lebensepisode gelernt?

1. Das Verhalten mancher Mitmenschen gibt mir Rätsel auf!
2. Nagellack auf feuchtem Handtuch stinkt und es bleiben eklige Flecken!
3. Ich weiß schon, warum ich zu den Unlackierenden gehöre!






S. 22.01.2006, 19.35 | (3/1) Kommentare (RSS) | TB | PL

Tomeita

"Du, kennste Tomeita?", fragt mich ein knapp Achtjähriger und ich verneine. Gleichzeitig wüsste ich gerne: "Was ist denn das?"

"Tomeita ist voll cool. Da kannste so spielen und schießen und hüpfen. Kennste doch, die Frau mit den großen Brüsten."

S. 19.01.2006, 15.53 | (2/1) Kommentare (RSS) | TB | PL

angebettelt

Als ich gestern unsere Mädel von ihren Großeltern abholte, klingelte es dort an der Tür.

Es wurde geöffnet und ich hörte:

"Hören Sie mal, Sie sind heute schon der Vierte. Ich kann wirklich nicht jedem etwas geben. Das führt zu weit!"

Neugierig sah ich aus dem Fenster, sah einen furchtbar heruntergekommenen Mann. An seiner Seite ein kleines Mädchen, kaum gegen die Kälte geschützt, vielleicht acht oder neun Jahre alt.

Das aufgedunsene Gesicht des Mannes sah elend aus, in seiner Hand eine Weinflasche.

Das Mädchen starrte verloren auf den Boden.

Während ich noch aus dem Fenster schaute, sichtlich erschüttert, sprudelte es neben mir:

"Das ist schon der Vierte. Den ersten beiden haben wir etwas gegeben, aber wenn jetzt alle paar Minuten wer klingelt. Wo soll das hinführen?"

Ja,  dachte ich, wo führt das hin?

Wo führt es Vater und Tochter hin?

Was kann man tun, um zu helfen, ohne in Uferlosigkeit zu versinken.

Mich hat das erschüttert. Wie muss es einem Menschen gehen, der wahllos an Haustüren anklingelt, andere Menschen um Hilfe bittet, abgewiesen wird?

Wie behält man seine Würde? Wie erträgt man das?

Natürlich kann man nicht jedem etwas geben, nicht allen Menschen helfen.

Natürlich verstehe ich, dass es lästig wird, klingeln vier Menschen nacheinander an......

Wie weit ist es gekommen, dass Menschen sich so erniedrigen müssen?

Und wohin soll es führen?

Das ist die Frage, die bleibt.

Und große Hilflosigkeit. Das Gefühl, sich schämen zu müssen ob der eigenen warmen Wohnung, dem Gutgehen.

Das Bild dieses Kindes, das verloren den Boden anstarrt lässt mich nicht los.

Ich frage mich, warum ich die beiden nicht herein gebeten habe. Auf einen warmen Kakao, eine kleine Mahlzeit?

Weil es zu weit führt?

Weil wir nicht wissen wohin das führt?

Aus Angst?

Feigheit?

Ein klitzekleines Augenblickserlebnis. Es lässt mich nicht los. Es holt mich ein. Erschüttert und stellt infrage.

Mich und das, was um mich herum geschieht.

S. 18.01.2006, 12.44 | (3/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Fettnäpfchenorden

Gäbe es einen Fettnäpfchenorden, so wäre ich durchaus prädistiniert dafür.
Man stelle sich vor, es ist ein beliebter christlicher Feststag. Man stelle sich weiterhin vor, das eigene Kind hat Geburtstag und das Haus ist voller Gäste.
In all dem Trubel bekommt man nun einfach mal nicht mit, dass ein nahestehender Gast dem eigenen Kinde etwas Unabgesprochenes schenkt.

So weit so gut.
Nun also komme ich ins Spiel.

Beim trauten Kaffeetrinken kommt - irgendwie - die Rede auf Diddl. Nun bin ich ja bekennende Diddl Nichtmögerin und lautstark und in aller Ausführlichkeit bekunde ich nun der trauten Runde meine Ablehnung.

Wer mich kennt, weiß, dass ich das sehr vehement kann - meine Abneigung bekunden.
Zudem, so fürchte ich, neige ich dazu, mich sehr in solche Diskussionen und meinerseitigen Ausführungen hinein zu steigern.

Im Grunde kein Problem. Im Grunde.
Nur war es - leider - so, dass an dem besagten Tage, in der besagten Runde, an dem besagten Geburtstag mein Kind ein - immer noch nicht abgesprochenes - Diddl Geschenk erhalten hatte.

Ich kann es dem Schenkenden nicht verübeln, dass er sichtlich betroffen reagierte, anbot, das Geschenk zurück zu bringen und im folgenden schweigsam unserer trauten Runde beiwohnte.

Ein typischer Fall von Fettnapf würde ich sagen.
:-(




S. 30.12.2005, 09.14 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Drecksdiktate

Es hatte nicht unbedingt etwas Cleveres an sich, die 21 großen Diktathefte tütenlos unter den Arm zu klemmen. Und so kam es, wie es kommen musste.
Rutscht eines, rutschen alle.
Schön, wenn man morgens um 7.30 Uhr bäuchlings auf dem Lehrerparkplatz liegt, um wild herumflatternde Hefte aus dem Schlamm und Blättermatsch unter dem eigenen Auto hervorzuziehen.

Es hat auch nur ca. zwei Stunden gebraucht, ehe ich alle Hefte wieder gesäubert und hergerichtet habe.
Von Vorteil war die Tatsache, dass ich - bei den Kindern - sehr viel Wert auf Ordentlichkeit lege.
Alle Hefte waren hübsch beumschlagt, so dass sich der Dreck einigermaßen gut abwischen ließ.

Trotzdem bin ich den Kindern nun etwas schuldig.
Allein der Anblick meiner Person im Dreck unter dem Auto hätte sie wahrscheinlich entschädigt.
Doch dankbare Dämmerung umfing mich.
;-)

S. 19.12.2005, 16.32 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Gottesdienst

Mein Kind war heute eine Kerze.
Eine bezaubernde, dritte Adventkerze. Mit Kerzendeko am Kopfe schritt sie anmutig mit ihren Kindergartenfreunden als Adventkranz durch die Kirche.

Auf der Fahrt zur Kirche teilte sie uns mit, dass sie eigentlich eine grüne Hose anhaben müssen. Zu diesem Zeitpunkt traf uns die Information ein klein wenig zu spät, so dass unser Kind blaubejeanst kerzte.

Vielleicht bin ich ein wenig konservativ, ich weiß nicht recht, aber die Tatsache, dass mitten während einer Taufe - kurz nach dem denkwürdigen Tanze - das Handy des Taufpapas klingelte und dieser - immer noch mitten in Kirche und Gottesdienst - erstmal eine Runde telefonierte und dadurch seinen Einsatz verpasste und sein "ja" zu spät bzw. gar nicht von sich gab, irritierte mich doch sehr.

Auch Sophia wunderte sich und ihre - eigentlich gar nicht soooo laut gesprochenen Worte - hallten durch die Kirche:
"Mama, warum telefoniert der Mann detz?"

Manchmal fallen selbst mir keine brauchbaren Antworten ein.

S. 18.12.2005, 12.52 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

mitgenommen

Meine ursprüngliche Planung hatte nicht vorgesehen, die Blumekübel mitzunehmen. Nun bin ich ja durchaus ein spontaner Mensch und ursprüngliche Planungen können demnach verworfen werden.
Aus diesem Grunde habe ich die Blumenkübel nun eigentlich doch mitgenommen.

Wobei, jetzt könnte die falsche Assoziation entstehen, dass "mitnehmen" in Form von kaufen gemeint sein könnte. Dem war nicht ganz so.
[Jetzt wiederrum könnte die noch gänzlich falschere Assoziation von "mitnehmen" als Mitnehmen ohne Bezahlung entstehen - dem war ebenfalls nicht so!]

Es war ja auch mehr so der rechte hintere Teil meines Autos - der Fachbegriff liegt mir gerade nicht auf der Zunge - der die Blumenkübel mitgenommen hat.
Dies lag zum einen daran, dass die Fensterscheiben in meinem Auto schlicht und einfach zu hoch eingesetzt sind, um so tiefstehende Hindernisse entdecken zu können.
Zum anderen an der Tatsache, dass es draußen verdammt dunkel war.

Ich persönlich, als Wagenlenkerin, konnte selbstverständlich eher weniger dafür, dass es auf einmal rummste.

Es ist ja nun auch so, dass hinten rechts eher weniger gut zu überblicken ist.
Gut, ich hätte da diesen rechten Außenspiegel. Er wäre sehr nützlich, so er denn mal richtig eingestellt wäre, leider klemmt das Teil und ist jetzt eher so als Schmuckstück vorhanden.

Gut, ich hätte beim Ankommen und Parken schon darauf achten können, dass Blumenkübel vorhanden sind, aber das hätte - mir fremdes und somit fernes - vorausschauendes Denken vorausgesetzt.

Nun fühle ich mich, ähnlich den Blumenkübeln, ein klein wenig mitgenommen, aufgrund der Tatsache, dass ich dem Klischee "autofahrende Frau" mal wieder herrlichst entsprochen habe.

Andererseits, irgendein Klischee muss ich ja bedienen, oder?


S. 17.12.2005, 20.21 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Kindergartenkinder

Es war wirklich eine tolle Idee, sich in den Elternrat des Kindergartens wählen zu lassen. Frei nach meinem Ehrenkodex, man darf nicht meckern, wenn man es selber nicht versucht besser zu machen.

Es war ebenfalls eine ganz tolle Idee vom Elternrat, dem ich ja nun also angehöre, am heutigen Nachmittag einen Back- und Basteltag für die Kindergartenkinder anzubieten.
In Eigenregie natürlich, wer will schon die Erzieherinnen unnötig und dazu noch in  der Adventzeit belasten.

Also schrieben wir nette Briefe, luden ein und freuten uns, dass sich knapp 35 Kinder anmeldeten.

Ein wenig abgehetzt kam ich um 14 Uhr an, sechs Stunden doppelte Klassenführung mit erstem und zweiten Schuljahr hätten mich eigentlich bereits einstimmen müssen, aber niemand, wirklich niemand hatte mir gesagt, dass Kindergartenkinder so anders sind.

Ich meine, ich weiß, dass ich in einem ersten Schuljahr ca. zweiundzwanzig Mal singsangmäßig intonieren muss:

"Dieses Blatt gehört in die blaue Mappe!"

Aber ich wusste nicht, dass das NICHTS gegen die Dinge ist, die man im Kindergarten so erklären muss.

Gut, ich war nicht im Back- sondern im Basteltrupp. Überall umkippende Klebeflaschen, gefährlich spitze Scheren und Prickelnadeln machten die Lage brisant, aber am meisten "fertig" machte mich der stets und ständige F E R T I G Ruf.

Sicher kenne ich den von den Toilettengängen unserer Jüngsten, aber es ist ein Unterschied, ob ein Kind den Popo gesäubert zu haben wünscht oder 17 Kinder gleichzeitig den nächsten Bastelschritt erklärt und demonstriert haben möchten.

Da gab es Kinder, die riefen bereits "Fertig!" als sie sich nur das erste Blatt nahmen und noch nicht einen Schnitt vollführt hatten.
Sicher, sie waren im Recht, denn sie waren tatsächlich "fertig" mit dem Nehmen des Blattes.
Auch als die Schere ergattert wurde, waren sie damit "fertig" und so erscholl es aus irgendeinem Winkel immer lautstark: "FERTIG!"

Damit nicht genug, hieß dieses "fertig" aber auch gleichzeitig: Kümmere dich jetzt sofort um mich oder ich werfe mit Scheren, klebe die Tischdecke an die Fensterscheibe, bespucke meinen Nachbarn, pipiniere neben die Toilette und ähnliche Abstrusitäten.

Ich vergaß zum Beispiel auch zu erwähnen, dass die Nase des zu bastelnden Nikolauses im Gesicht des guten Mannes und nicht in dessen Zipfelmütze platziert werden sollte.
Den Bart kann man übrigens auch sehr gut als Bommel ankleben, oder kopfstehend. Der Phantasie sind da keinerlei beklemmenden Grenzen gesetzt.

Wattebäuschchen kleben immens gut, wenn man sie leicht anfeuchtet und dann gut sichtbare Stellen drückt.
Wahlweise bieten sich hier Fensterscheiben, Waschbecken, Popos, Tische, Stühle, Schränke oder auch schon mal Brillengläser an.

Der Vorteil war, die Zeit verging wie im Fluge. Hier Klebe entfernend, da Weihnachtsmänner richtend, fliegende Scheren auffangend, hin und her eilend, Prickelnadel aus Fingern entfernend, merkte ich kaum, dass es schon 16.30 Uhr wurde.

Meine Bewunderung mit allen Erzieherinnen sei mit ihnen.
Ich zumindest scheine tot.
*plummps*
Zu mehr, als ins Bett zu fallen bin ich heute mit Sicherheit nicht fähig.......


S. 14.12.2005, 18.44 | (2/0) Kommentare (RSS) | TB | PL