Ich sitze auf der Rückbank. Lasse mich durch die Dunkelheit nach Hause fahren. Jeder Atemzug ein mühsames Ringen nach Luft. Es ist der dritte Tag in Folge, an dem mir mein Körper zu verstehen gibt, dass es so nicht weitergehen kann. Die Schmerzen im Brustkorb sind ähnlich einem Eisenband, das sich enger und enger um mich legt.
Ich bemühe mich dem Gespräch vorne zu folgen und werfe hin und wieder mehr oder weniger passende Satzfragmente in das Gespräch, immer in der Hoffnung, niemand möge merken, wie es mir wirklich geht.
Meine Technik, den Schmerz zu kontrollieren habe ich in den vergangenen Tagen perfektioniert. Ich schaue aus dem Fenster zähle rückwärts, vorwärts, atme hierhin und dorthin und doch gelingt es mir nicht wirklich wegzuatmen, was mich bedrückt und belastet.
Die Traurigkeit wächst zu einem dunklem Etwas in mir heran und ich merke, wie es mich ergreift und nicht loslässt.
Nicht an diesem Abend.
Aus dem Autoradio ertönt
"Wouldn´t it be good" und sofort spüre ich die Tränen, wie sie heimlich und unbesehen über die Wangen ringen.
Das gelingt dem Lied immer wieder, katapultiert es mich doch zurück in unschöne Zeiten.
Alles im Leben wiederholt sich - so scheint es.
Wouldn't it be good to be in your shoes
even if it was for just one day
wouldn't it be good if we could wish ourselves away
wouldn't it be good to be on your side
grass is always greener over there
wouldn't it be good if we could live without a care
Ich steige aus. Erleichert zu Hause angekommen zu sein
. Wissend, viele Fragezeichen bei einigen Menschen hinterlassen zu haben.
Schnell verschluckt mich die Dunkelheit
.
Allein mit meinen Gedanken, denke ich mich in das Morgen.
Hinaus aus der Dunkelheit, hinein in das Licht.