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Einträge vom: 08.07.2011

Innentüren

Machen wir uns nichts vor, ich bin wahrscheinlich der Albtraum jedes Kundenberaters. Zumindest der heutige hat sicherlich ein paar graue Haare mehr, nachdem wir uns seine Innentüren angeschaut haben.
Türen sind mir im Grunde relativ egal.
Sie müssen weiß sein und eine Klinke haben - fertig.
Ich habe nicht vor, stundenlang im Haus zu sitzen und mich am Anblick irgendwelcher Türen zu ergötzen.
Gut, vielleicht müssen Sie mal den ein oder anderen pubertären Türenknall aushalten können, aber ansonsten sind es eben einfach nur Türen.

Nachdem der freundliche Berater uns die diversen runden, halbrunden, eckigen, halbeckigen und sonstwie geformten Rahmen, Zargen und ähnlichen Kram gezeigt hatte, verließ mich ja direkt mal die Lust.
Ich sah eine Tür, die sah gut aus, die nehmen wir.

So jedenfalls hatte ich mir das vorgestellt.
Rein in die Türenausstellung, Türen anschauen, Türen aussuchen, fertig.

Ach, was bin ich doch naiv.
Natürlich war es nicht so einfach, denn "ich führe meine Beratung immer nach einem bestimmten Raster durch und da wäre jetzt das Innenleben an der Reihe!"

Innenleben.
Nein, schon klar, ich wollte mich schon immer mal mit dem Innenleben meiner zukünftigen Türen auseinandersetzen.
Vor allen Dingen, und das war wahrlich faszinierend, haben die Innenleben dieser eventuell mal zukünftigen Türen sehr originelle Namen "Idealo" und "Premium" habe ich mir ja gerade noch merken können, die anderen Name waren derart originell, dass ich sie mir erst gar nicht merken konnte.

Ich stelle mir vor, wie ich zukünftige Gäste stolz durch unser Haus führe und darauf verweise, dass bei uns sogar das Innenleben der Türen einen eigenen Namen trägt.

Während ich dann auch mal eher direkt zum Ausdruck brachte, dass mich sowohl das Innenleben als auch all die anderen technischen Türendaten jetzt nicht soooo brennend interessierten, kamen wir auch schon zum nächsten Beratungspunkt.
Diesen mussten wir kurzzeitig unterbrechen, weil der Berater ob meiner Äußerung ein klein wenig pikiert reagierte und mir mitteilte, dass die Tür ein wertvolles Mübelstück sei.
Wir diskutierten dann kurz, aber heftig, die Notwendigkeit von Svarowskisteinen auf Türblättern und Klinken, ehe wir überein kamen, uns auf das Wesentlichste zu beschränken, nämlich die Türen an sich.

So weit so gut.
Weiße Tür, schlicht und fertig.

Nun gibt es weiße Türen und es gibt weiße Türen.
Mein ungeschultes Auge sah jetzt mal keinen Unterschied, aber natürlich gab es ihn, den Unterschied.
Nicht, dass er mich sonderlich interessiert hätte, aber, so wurde mir gesagt, ich müsse dreißig Jahre Freude an den Türen haben und sollte nun besser ein wenig interessierter sein.

Wenn ich jetzt schon keinen Unterschied sehe, so ist davon auszugehen, dass mein alterstrüber Blick in dreißig Jahren erstrecht keinen Unterschied mehr erkennt.
Aber ich verkniff mir diesen Kommentar, weil der Berater schon minimal gereizt wirkte.

Unverständlicherweise, denn ich hatte  mich nur lautstark darüber ausgelassen, dass ich Svarowskisteine auf Türklinken mehr als albern finde.

Die Wahl der Klinke oder des Beschlags oder wie immer das heißen mag überließ ich dann mal dem zukünftigen Hausherren, weil mir es eigentlich egal ist, womit sich so eine Tür öffnen lässt.
(Mal davon abgesehen, dass ich das Prozedere somit deutlich verkürzen konnte!)

Leider gerieten wir dann zu dem Punkt Schallschutztür. Immerhin weiß ich nun, welche Schallschutztüren es im Bundeskanzleramt gibt und auch, dass eine solche Tür in unserem Hauswirtschaftsraum jetzt übertrieben wäre.

Wobei ich schon immer mal Staatsgeheimnisse in unserem Hauswirtschaftsraum besprechen wollte.

Richtig heikel wurde es dann aber bei unserem gewünschten Glasflügelelement vom Durchgang Flur in den Wohnbereich.

Das, was uns da gezeigt wurde, entsprach nicht den Vorstellungen des zukünftigen Hausherren und dieser teilte seine Beobachtungen denn auch sehr direkt mit.
Da ich seine Meinung nicht unmittelbar teilte, aber auch über ein reges Mitteilungsbedürfnis verfüge, gerieten wir kurzzeitig in eine lebhafte, nun ja, nennen wir es mal Diskussion.

Dies wiederum beunruhigte den Berater sehr, denn er wusste nicht recht, auf wessen Seite er sich schlagen sollte.
Natürlich hätte er sich auf meine Seite stellen sollen, das wäre klüger und weiser gewesen, aber man kann jetzt auch nicht von jedem Mann eine solche Weisheit erwarten.
Und so schüttelte ich nur dezent den Kopf und warf hin und wieder meine maßgebliche Meinung in die Runde.

Letztlich, so stellte ich dann fest, lohnt sich eine Debatte über Türen wohl kaum.
Denn, wie ich eingangs bemerkte, es sind Türen.
Einfach nur Türen.

90 Minuten Türen.
Man kann auch alles übertreiben.

augenBloglich 08.07.2011, 18.14| (4/2) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Hausbau

Waldjugendspiele

Mir fehlt ja so ein bisschen, das muss ich offen gestehen, die Leidenschaft für die Natur. Damit die Kinder meiner Klasse unter meiner fehlenden Leidenschaft nicht leiden müssen, haben wir uns also zu den Waldjugendspielen angemeldet und uns zwei Wochen lang intensiv auf die Spiele vorbereitet.

Station 6 war der Renner. Die Kinder verfielen reihenweise in Verzückung, weil fünf oder sechs Herren mit fünf oder sechs Jagdhunden auf einer großen Wiese standen.
Nun ist es ja so, dass Hunde und ich in friedlicher Koexistenz miteinander leben können.
Dazu gehört vor allen Dingen die Tatsache, dass die Hunde nicht meinen, sie müssten mich beschnuppern, besabbern, anknabbern, anknurren oder gar beißen.
Mit Selbigem verschone ich die Tiere schließlich auch und es braucht kein Hund zu befürchten, dass ich in Verzückungsschreie ausbreche, wenn ich seiner ansichtig werde oder ihn gar streicheln möchte.

Also stand ich glücklich auf dieser Wiese und beobachtete meine Klasse, die ebenso glücklich mit den Hunden spielte, über die Wiese rannten, Stöckchen warfen und sich sonstwie mit den Tieren verlustierte.

Es schien so, als tät ich einem der Herren Leid, weil ich so gar keinen Hundekontakt hatte und so kam er mit seinem Hund zu mir und sprach mich an:

"Möchten Sie ihn auch mal streicheln?"

"Nein, danke!"

Ungläubigkeit bis Fassungslosigkeit in seinem Gesicht.

"Streicheln Sie ihn doch ruhig, der ist ganz lieb!"

"Ja, das glaub ich Ihnen, aber ich möchte den Hund nicht streicheln!"

"Haben Sie Angst? Der tut nichts, probieren Sie es mal!"

"Nein, ich habe keine Angst, ich möchte nur einfach keine Hunde streicheln!"

"Soll ich Ihre Hand führen?"

"Nein, danke, ich möchte Ihren Hund nicht streicheln!"

"Sie müssen keine Angst haben, sehen Sie mal, ich streichle ihn doch auch!"

"Ja, danke, aber ich mag Hunde einfach nicht streicheln!"

"Ja, aber probieren Sie es doch ruhig mal!"

"Ich möchte es nicht probieren, ich habe keine Angst, ich möchte nur schlicht und einfach keine Hunde streicheln, weil ich schlicht und einfach keine Hunde mag!"

So, jetzt war es raus.

"Aber sind Sie nicht die Lehrerin?"

"Ja."

"Und Sie wollen den Hund nicht streicheln!"

"Richtig."

"Aber der ist ganz lieb!"

"Ja, das sehe ich."

"Soll ich einen anderen Hund holen?"

"Nein, danke, ich bin einfach keine Hundestreichlerin!"

"Haben Sie solche Angst?"

"Nein, ich habe keine Angst. Ich mag einfach keine Hunde. Ich mag sie nicht, ich will sie nicht streicheln, ich will keinen Hund haben und ich möchte einfach nur hier stehen und keinen Hund streicheln müssen!"

"Aha. Aber Sie könnten es wenigstens mal versuchen! Was sind Sie denn nur für eine Lehrerin, wenn Sie die Hunde nicht streicheln?"

Das war der Punkt, an dem ich beschloss Feld, Hund und diesen Mann zu verlassen.

Hätte die Dame an der vorletzten Station mich gefragt, was ich denn für eine Lehrerin sei, ich hätte es verstanden.
Auf die Frage, was man denn aus Elsbeeren herstellen könnte, antwortete eine Schülerin:

"Cocktails!"





augenBloglich 08.07.2011, 06.24| (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Schule

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Marie
Toll, dass Du wieder bloggst!
Ich wünsche Dir ein frohes neues Jahr und hoffe, ich lese Dich nun wieder regelmäßig!
2.1.2015-4:56
Hanna
Nochmal herzlichen Dank für die Hilfe und du hast einen sehr tollen Blog ! (:
26.11.2011-16:21
Gartenfee
Hi, bist du gar nicht mehr hier am Werk??? Das wäre aber schaade.
25.2.2011-23:00
patricia
wie heißt deine lehrerin!!!!!!!!
1.3.2008-16:20
NIcole
Hey, ich find das super das Du Dich durchgesetzt hast bei den anderen Müttern. Ist doch egal was die sagen. Bin stolz auf Dich. lieben Gruß
NIcki
30.3.2007-9:25