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Einträge vom: 10.01.2009

quadratisch, praktisch, ich

Da saß ich mal wieder und radelte.
Normalerweise schaue ich stumpfsinnig auf die Wand vor mir und vertreibe mir die Zeit mit innerlichen Flüchen.
Manchmal horche auch in mich hinein und warte auf das Gefühl der Euphorie, das sich doch bei sportlichen Aktivitäten einstellen soll.

Ich habe schon sowas von in mich hineingehorcht, nahezu schier unmöglich, noch tiefere Horchstellen ausfindig zu machen, aber was soll ich sagen?

Nichts.

Nichts ist im Grunde auch nicht wahr, denn immerhin erklingen meine innerlichen Flüche, aber von der Euphorie scheine ich noch meilenweit entfernt.

Darum fiel mein Blick, die gelb gestrichene Wand ist auf Dauer doch zu eintönig, heute mal nach rechts.

Ich radelte also und schaute nach rechts.
Dass mich nicht der Schlag traf ist alles.

Ich konnte meinen Schrecken gerade noch einigermaßen verstecken.
Die Grimasse, die ich zog, führten andere Nutzer sicher auf meine verzweifelten Radelanstrengungen zurück.

Ich saß also da, radelte, schaute nach rechts und fiel fast vom Rad, denn das, was mir der Spiegel dort offenbarte war ganz nüchtern betrachtet eine einzige Katastrophe.

Wie soll ich das jetzt mal anschaulich beschreiben.
Also unter meinem Kopf und dem Doppelkinn - erwähnte ich schon meine Doppelkinnneurose? - also unter dem und dem gedrungenen Hals war irgendwie ein Quadrat.
Okay, man könnte schon sagen, ein eher abgerundetes Qudrat, aber irgendwie eben schon sehr quadratisch.

Und dann kamen noch die Beine.
Bzw. das, was man davon sehen konnte.

Es sah also aus, als säße ein zuckendes Quadrat auf dem Rad.

Alles in allem war ich nicht nur entsetzt, sondern ich war das Entsetzen in Person.

Just in dem Moment, ich hatte mich noch gar nicht wieder gefasst, kam eine Freundin auf mich zu und meinte ganz nett:

"Wow, hast Du abgenommen? Du siehst so schlank aus!"

Wenn man sich soeben als zuckendes Quadrat wahrgenommen hat, ist dies kein Kompliment.
Das wusste die arme Freundin nicht und so bin ich auch nicht an die Gurgel gesprungen, ich überlegte jedoch, wie ich ausgesehen haben muss, bevor ich so aussah wie heute.
Denn wenn ich heute schlanker aussehe und dennoch quadratisch, dann ist mein Urzustand kaum mehr ermess- und schon gar nicht mehr vorstellbar.

Ich keuchte ein paar einigermaßen höfliche Worte, die sowieso nicht zu verstehen waren, da ich so aggressiv in die Pedalen trat, dass mein Atem streikte und ich ins Röcheln überging.

Meine Freundin zeigte großes Verständnis für meine Atemnot und lobte meinen Fleiß ehe sie grazil in so einen Möderkurs schritt.

Ich radelte also weiter.
So eine gelbe Wand ist auch ganz schön.
Manchmal weiß man Schlichtheiten erst zu schätzen, wenn man zuvor Scheußlichkeiten zu sehen bekommen hat.

Ich werde den Besitzer des Studios verklagen.
Der Spiegel gehört abgenommen.

Er kann von Glück sagen, dass ich keinen Herzinfarkt bekommen habe!


augenBloglich 10.01.2009, 16.47| (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: körperlich

Motivation ist alles


 

augenBloglich 10.01.2009, 07.43| (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Kilos & Kalorien

Kilo Panik

In der Sauna sprang mich die folgende Titelseite nahezu an:





Natürlich musste ich das lesen, denn nichts legitimiert das eigene Dicksein mehr, als die Gewichtszunahme anderer Menschen.
Und wenn diese Menschen dann auch nich bildschöne Prominente sind, schlägt das eigene Gewissen doch gleich ein paar Purzelbäume.

Da lag ich also nun, dick und träge in meiner Saunaliege und besah mir die Fotos dieser hübschen Menschen.

Vorher - nachher Bilder, was sonst?

Man sah in der Tat, dass die ein oder andere der Damen minimal zugenommen hat, aber sagen wir mal so, tendenziell hatten sich einige da von dürr auf schlank gegessen.
Um das für meine eigene Psyche ausnutzen zu wollen, musste ich schon sehr um die Ecke denken.
Ein simples: "Na siehste, sogar die nehmen zu!" half da auch nicht mehr.

Um die Ecke denken verbraucht keine Kalorien, also konnte ich mich doch nicht länger mit diesen Damen beschäftigen.

Naheliegender ist es da schon, die anderen Saunabesucher kritisch zu beäugen und sich zu freuen, wenn  jemand auftaucht, der mindestens das eigene Gewicht, wenn nicht noch einige Kilos mehr mit sich herumträgt.
Das mindert - befremdlicherweise - das eigene Leid enorm.

Sofort spricht das innere Ich zu einem und macht darauf aufmerksam, dass man erstens nicht alleine dick ist und zweitens es ja noch weitaus dickere Menschen gibt als man selber einer ist.

Das legitimiert sozusagen das eigene Gewicht und man fühlt sich gleich bedeutend besser!

Gut, dieses Gefühl verfällt mit dem nächsten Blick in den Spiegel, aber wie ich schon einmal schrieb, nichts kann ich besser, als Spiegel zu ignorieren......

Ich finde es sowieso eine Frechheit, das Fitnessstudio und die Sauna überall und an allen denkbaren Orten mit Spiegeln zu bestücken, aber das wäre wieder ein ganz anderes Thema..........

augenBloglich 10.01.2009, 07.42| (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: körperlich

Wimperndauerwelle

Mir ist jetzt klar, welchen psychologischen Trick die Modemacher mit ihren scheußlichen Kreationen für übergewichtige Menschen verfolgen.

Trägt man einen Pulli - oder wahlweise eine Bluse etc. - mit außerordentlichen großen, bunten und extrem hässlichen Musterungen, wird Dein Gegenüber denken:

"Oh mein Gott, wie kann man so etwas nur anziehen?"

Während Dein Gegenüber also über Deinen völlig verkorsten Modegeschmack sinniert, soll er - so das Ziel der Modemacher - darüber hinwegsehen, dass Du dick bist.

Leider aber funktioniert dieser Trick nur bedingt, denn Dein Gegenüber wird denken:

"Oh mein Gott, wie kann man so etwas nur anziehen, wenn man so fett ist?"

Darum meide ich schrill bunte Outfits, großzügig bemustert natürlich, denn noch mehr Hässlichkeit kann ich mir nicht leisten.

Anders sieht es natürlich mit Schönheit aus.
Wenn schon die Mode für mich nicht wirklich viel hergibt, muss ich mich nach Alternativen umschauen.

Gestern im Fitnessstudio meiner Wahl sprang mir also die folgende Werbung ins Auge:


Wimperndauerwelle



Nachdem ich also zunächst kopfschüttelnd meines Weges ging - selbstverständlich direkt auf so ein Höllenteil zu, das mich fitmachen soll - überdachte ich nocheinmal kurz die Werbeaussage und kam zu dem Schluss, dass eine Wimperndauerwelle natürlich ideal für mich wäre.

Wenn alle Welt auf meine sagenhaft bedauerwellten Wimpern schaut, die natürlich dann nicht hässlich, sondern sagenhaft schön wären, bliebe keine Zeit mehr, auf die überflüssigen Kilos zu schauen.

Während ich also so vor mich hin schwitzte, wuchs das Bedürfnis nach einer solchen Dauerwelle enorm.
Mir ist völlig schleierhaft, wie man Wimpern bedauernwellen will, aber das soll ja mal nicht mein Problem sein.

Ich schwitzte also und radelte, und radelte und schwitzte und stellte fest, dass Sport meinen Geist eindeutig trübt.

Ich meine, wer zum Henker erfindet eine Wimperndauerwelle und wer - zum dopppelten und dreifachen Henker - lässt sich eine solche auch noch machen?

Da müssten meine Wimpern schon bis zum Kinn baumeln, ehe irgendwer geneigt wäre, mein Übergewicht zu übersehen.

Trotzdem mal ein netter Ansatz.
Und wer weiß, vielleicht tragen meine Wimpern demnächst ja doch Locken!?

augenBloglich 10.01.2009, 07.30| (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: körperlich

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Marie
Toll, dass Du wieder bloggst!
Ich wünsche Dir ein frohes neues Jahr und hoffe, ich lese Dich nun wieder regelmäßig!
2.1.2015-4:56
Hanna
Nochmal herzlichen Dank für die Hilfe und du hast einen sehr tollen Blog ! (:
26.11.2011-16:21
Gartenfee
Hi, bist du gar nicht mehr hier am Werk??? Das wäre aber schaade.
25.2.2011-23:00
patricia
wie heißt deine lehrerin!!!!!!!!
1.3.2008-16:20
NIcole
Hey, ich find das super das Du Dich durchgesetzt hast bei den anderen Müttern. Ist doch egal was die sagen. Bin stolz auf Dich. lieben Gruß
NIcki
30.3.2007-9:25