Augenbloglich

augenBLOGlich - DesignBlog
Zum aktuellsten Eintrag

Einträge vom: 03.02.2007

Eigenschaften

Gerade habe ich online eine interessante Stellenauschreibung entdeckt. Seltsamerweise möchte man den Bewerbungsunterlagen folgendes beifügen:

Bitte nennen Sie drei Adjektive, die Sie treffend beschreiben.
Nennen Sie weiterhin drei Adjektive, die auf Ihre Person nicht zutreffen.
Nennen Sie uns freundlicherweise die drei Adjektive, von denen Sie meinen, dass andere Menschen Sie als für Ihre Person sehr zutreffend wählen würden.


1. kompliziert, nachlässig, chaotisch

2. sportlich, elegant, ordentlich

3.
Keine Ahnung !

augenBloglich 03.02.2007, 20.18| (2/0) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Gedanken

Menschen

Ich treffe täglich Menschen und ich liebe das.
Menschen zu beobachten, kennen zu lernen, mit ihnen zu reden und mich von Ihrer Aura umfangen zu lassen.
Es sind so viele Menschen um mich herum gewesen in meinem bisherigen Leben.
Wie Muscheln an einem Sandstrand.
Hin und wieder hat man das Glück ein ganz besonders schönes und interessantes Exemplar zu entdecken.
Eines, das man am liebsten nicht wieder hergeben möchte, weil Form, Farbe, Duft oder sonstwas einen gefangen nehmen und faszinieren.

Was macht einen Menschen zu etwas Besonderem? Ich meine nicht das Individuelle eines jeden Menschen und die persönlich empfundene Wichtigkeit der Menschen, die wir lieben und schätzen.
Ich meine jene Menschen, die wir eventuell nur kurzzeitig kennenlernen, eher flüchtig, als Tagesgäste in unserem Leben und die dennoch deutliche Spuren hinterlassen.

Es muss eine ganz eigenwillige Vielschichtigkeit sein, die eine Faszination auf meiner Seite auslöst.
Vielleicht ein Stück Widerspruch, Nachdenklichkeit, ausstrahlender Lebenswille und Authenzität.

Ich kann es nicht genau in Worte fassen, zu eigen, zu tiefgründig, zu verzweigt sind die Beweggründe, die Faszination auslösen.

Um so größer ist meine Freude, wenn ich wieder einmal einem solchen Menschen begegnen durfte.
Es ist dann wie ein kleines Feuer, das innerlich entfacht wird.
Man denkt über neue Dinge nach und stellt sich selbst infrage.
Und auch wenn jene Menschen nur sehr kurz in unser Leben rauschen, hinterlassen sie deutliche Spuren und eine Vielzahl an Gedanken.
Doch immer auch die Frage: Warum?

augenBloglich 03.02.2007, 18.49| (4/0) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Gedanken

Grundschullehrer kann doch jeder

Ich habe das große Glück in einem Beruf arbeiten zu dürfen, für den sich halb Deutschland qualifiziert fühlt.
Nein, ich sehe das durchaus positiv, dass die Verkäuferin an der Kasse, die Bäckereifachverkäuferin und meine Ärztin, der Rechtsanwalt und die Apothekerin, jede Hausfrau, Auszubildende, Journalistin, nicht zu vergessen die Hebamme und Tupperberaterin und auch der Busfahrer, die städtische Angestellte und überhaupt jede andere Berufsgruppe sehr genau zu wissen meint, was ich als Grundschullehrerin wann zu tun und zu lassen, zu sagen und zu schreiben, zu lehren und zu lernen habe.

Immerhin erspare ich mir so das Lesen vieler fachdidaktischer Wälzer und lerne täglich dazu.
Ich finde das auch richtig, dass die anderen Berufsausbildungen ein Quentchen an grundschulrelevanter Fachdidaktik mitzuvermitteln scheinen, denn so gelangen wie zu einem steten, fruchtbaren Austausch und zu einer wahren Bereicherung jeder Evaluation.

Schauen wir uns beispielsweise mal das weite Feld der Mathematikarbeiten in der Grundschule an.
Insbesondere im Internet erhalte ich da an jeder Ecke – ungefragt und hilfsbereit – großzügige qualifizierte Hilfestellung.
Da werden die bewerteten Mathematikarbeiten in diversen Foren online gestellt und selbstverständlich weiß die Zahnärztin aus Buxtehude diese Arbeit aus Börsdorf – geschätzte 789 km Luftlinie entfernt – besser, exakter, gerechter und sinnvoller zu beurteilen als die Lehrerin, die das real also getan hat.

Doch nicht nur die Zahnärztin kennt sich mit genau jenen Aufgaben bestens auf – meine Güte, Grundschulniveau, haben wir das nicht alle mal gelernt? – auch die Schuhverkäuferin und Frisörin, Mutter und Zeitungsausträgerin, Ingenieurin und Tierärztin, sie alle sind sich sicher und vor allem einig:
Da hat eine Lehrerin wieder mal ungerecht bewertet und Punkte an Stellen nicht gegeben, wo sie auf jeden Fall hätten gegeben werden müssen und überhaupt, war die Arbeit für die Klassenstufe viel zu schwierig.

Ich bin überwältigt von den hellseherischen Fähigkeiten dieser Menschen, die ja - rein körperlich – nicht vor Ort gewesen sein können, keine winzige Sekunde des Unterrichts der Kollegin erlebt haben, die Klasse nicht kennen, die Kinder nie gesehen haben und dennoch felsenfest und mit einer dubiosen Selbstsicherheit das Urteil infrage stellen, ja, besser noch, die Arbeit an sich viel gerechter, fairer und einfühlsamer meinen bewerten zu können.

Mit Sicherheit fehlt ihnen jedoch nicht die Phantasie sich auszumalen, was es bedeutet, vor einer Rechtschreibkontrolle fünf Wochen lang das Großschreiben zu Beginn des neuen Satzes geübt zu haben, selbige Regel noch geschätzte fünfmal unmittelbar vor der Kontrolle von den Kindern verbalisieren zu lassen, nur um später zu entdecken, dass vier Kinder dennoch konsequent nach dem Punkte klein weiter geschrieben haben.

Da wird die Schrift einer Kollegin – man erinnere sich an die online gestellte, bereits bewertete Klassenarbeit – diskutiert und kritisiert, gar als absolute Zumutung abgetan und im gleichen Atemzug die von der Lehrerin kritisierte Schrift des Kindes zum Himmel gelobt.
Überhaupt: Wie soll das Kind ordentlich schreiben, wenn die Lehrerin zu wenig Platz lässt?

Ich bin sehr froh über diese Vorgehensweise der anscheinend im Selbststudium qualifizierten Menschen, denn sie lehrt mich nicht nur eine angemessenere Punkteverteilung, nein, sie schult meine Sensibilität im Umgang mit Kind und Eltern, etwas, dass alle Menschen besser zu beherrschen zu scheinen als Grundschullehrer an sich.

Ich kann das durchaus verstehen. Zum Beispiel der Zahnarzt. Sagen wir mal, ich bin bisher in meinem Leben geschätzte 100 Mal bei einem Zahnarzt gewesen und das über einen Zeitraum von über 30 Jahren.
Selbstverständlich qualifiziert mich das und ich würde dem netten Herrn auch gerne immer Tipps bezüglich seiner Arbeit geben, zu der ich mich aufgrund der langen Zeitspanne, aber auch wegen der zahlreichen Besuche nahezu ebenfalls hinreichend geschult sehe.
Jetzt ist das gerade mal ein schlechtes Beispiel, denn ich kann dem guten Mann keine Tipps geben, weil mein Mund ja nun immer mit Watte, Saugern und ähnlichen unsympathischen Gedöns zugestopft ist.
Aber die Kassiererin bei Aldi zum Beispiel. Ich gehe wirklich oft genug einkaufen, um ihr Optimierungstipps bezüglich der Schnelligkeit ihrer Kassierversuche zu geben.
 Ich könnte auch dem Bäcker verbal sehr hilfreich zur Seite stehen, denn hin und wieder habe auch ich schon mal einen Kuchen gebacken.

Ja und die Friseuse, mein Gott, klar schneide ich hin und wieder Haare, bestimmt wäre die Dame sehr froh und beglückt würde ich mit meinen weisen, durchdachten und hilfreichen – wenn auch ungebetenen – Ratschlägen mal einen Blick auf ihre Arbeit werfen.

Sonderbar, dass ich bislang nicht das Verlangen gespürt habe, anderen Menschen zu sagen, was sie alles falsch und ich besser machen würde in ihrem Beruf.
Mag sein, es mangelt mir an Zeit, meine Gedanken mit derart Nutzlosem und Anmaßendem zu füllen.
Es kann aber auch daran liegen, dass in unserem Haushalt keine Goldwaage zu finden ist.
Eine Anschaffung über die ich mir noch nie Gedanken gemacht habe. Und das ist auch gut so.

augenBloglich 03.02.2007, 07.02| (9/4) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Gedanken

Internes
Letzte Kommentare:
angelface:
Ich versüsse mir den Morgen mit dieser Deine
...mehr
angelface:
zwar sehe ich, dass ich es schon im Sept.21
...mehr
Rosi:
hihiein toller Berichtich hätte mich schon g
...mehr
angelface:
am LIebsten würde ich dir ja laut zurufen:"
...mehr
Herr Rau:
"Paket! Paket!"Sehr mutig, all das. (Ein biss
...mehr
Shoutbox

Captcha Abfrage



Marie
Toll, dass Du wieder bloggst!
Ich wünsche Dir ein frohes neues Jahr und hoffe, ich lese Dich nun wieder regelmäßig!
2.1.2015-4:56
Hanna
Nochmal herzlichen Dank für die Hilfe und du hast einen sehr tollen Blog ! (:
26.11.2011-16:21
Gartenfee
Hi, bist du gar nicht mehr hier am Werk??? Das wäre aber schaade.
25.2.2011-23:00
patricia
wie heißt deine lehrerin!!!!!!!!
1.3.2008-16:20
NIcole
Hey, ich find das super das Du Dich durchgesetzt hast bei den anderen Müttern. Ist doch egal was die sagen. Bin stolz auf Dich. lieben Gruß
NIcki
30.3.2007-9:25