Schon vor Tagen lag ein kleiner Zettel in unserem Briefkasten, dass man aufgrund dringender Reparaturarbeiten am heutigen Mittwoch von 8.00 bis 11.00 Uhr den Strom in unserer Straße abstellen müsste.
Ich war also vorbereitet.
Gegen halb neun hörte dann auch der Staubsauger auf zu saugen.
Kein Problem - ich wusste ja warum.
Also duschte ich erstmal.
Als ich anschließend zum Föhn griff, ging dieser nicht.
Ach ja, kein Strom.
Gut, bügle ich eben die Wäsche.
Ach ja, kein Strom.
Mir wurde klar, wie selbstverständlich dieser Luxus STROM geworden ist und wie wenig ich darauf achte, wieviele meiner Tätigkeiten steckdosengesteuert sind.
Den Höhepunkt habe ich mir aber dann damit geleistet, dass unsere Mädel draußen spielen durften und ich erklärte, sie sollen anklingeln, wenn was sei.....
Nach einer Stunde wollte ich mal schauen, was die beiden so draußen machen.
Ich öffne die Haustür und zwei bitterlich weinende Kinder fallen mir in die Arme:
"Mama, wir haben schon so oft geklingelt, Du bist nicht gekommen!"
Ach ja, kein Strom.
Mein schlechtes Gewissen schlug Purzelbäume, auch wenn die Mädel sich rasch beruhigten.
Natürlich hätten sie nur rufen müssen, alle Fenster waren geöffnet, ich hätte sie sofort gehört, aber natürlich kommt man als Vier- und Sechsjährige nicht unbedingt darauf, wenn man ängstlich darauf wartet, dass Mutter die Tür öffnet.
Irgendwie ist häusliches Mitdenken augenblicklich nicht unbedingt meine Stärke.