Manchmal frage ich mich, bin ich so geworden, weil meine Tochter so ist wie sie ist oder habe ich meine Tochter durch mein Sein so werden lassen?
Viele Dinge in unserem Leben sind nicht so "normal", wie in dem Leben anderer Familien mit anderen Kindern.
Darum sah ich mit großem Bangen Sophias allererster Verabredung entgegen. Ich sah auf die Uhr und dachte daran, dass sie genau jetzt mit der anderen Mama, meiner Freundin, mitgehen würde.
Kurze Zeit später sah ich wieder auf die Uhr und dachte darüber nach, ob sie wohl dort zu Mittag essen würde.
Nur wenige Minuten danach waren meine Gedanken bereits wieder bei ihr und so ging das, bis ich sie am späten Nachmittag abholte.
Wie anders die Verabredungen von Lena.
Kein Blick zur Uhr, keine Gedanken daran, ob sie sich wohlfühlen, ob sie sprechen ob sie spielen wird.
Der Augenblick gestern Nachmittag, als ich in der Tür des anderen Hauses stand und beobachten konnte, wie meine Tochter durch die fremde Wohnung tanzte.
Als ich hörte, dass sie sprach.
Als ich erfuhr, wie "normal" alles gelaufen war.
Es gab bislang wenige Momente, die mich derart anrührten.
Und nun hat sich die kleine Blüte Hoffnung ein klitzeklein wenig geöffnet.
Wenn ich einen Wunsch frei hätte, so wäre es wohl der, meinem Kinde Raum zu geben, sich zu entfalten.
Und alle Zeit der Welt.