Augenbloglich

augenBLOGlich - DesignBlog
Zum aktuellsten Eintrag

Einträge vom: 02.04.2005

das engelhafte Trotzkind

Es ist immer wieder rührend, wie besorgt wildfremde Menschen um unsere wohlerzogene jüngste Tochter sind. Bei einem Ausflug in den Park am gestrigen Tage, geriet Sophia von einer Sekunde zur anderen ein klein wenig in Rage, da ich böse Mutter dem armen Kind veboten hatte die Enten zu füttern. Der See im Park war umzingelt von Schildern, die darum baten, die Tiere auf keinen Fall zu füttern und selbstverständlich waren wunderbare Erläuterungen und Erklärungen auf diesen Schildern, die aber weder dreijährigen gerecht noch sophiabeeindruckend waren. Folglich musste unsere arme Tochter sich in den Dreck werfen und schreien. Dicke Kullertränen untermalten das dramatische von uns ignorierte Szenario.

Mit einem Male kam ein älteres Ehepaar auf uns zu. Sie wendete sich uns zu und äußerte empört: "So können Sie doch mit Ihrem Kind nicht umgehen!" während er Sophia fürsorglich aus dem Dreck zog, ihr altbackenes Brot in die Hand drückte und sich aufmachte mit unserem Kind Enten zu füttern.

Mir gefiel das nicht wirklich. Um nicht zu sagen, ich geriet in Rage und nur mein weises, abgeklärtes Alter hielt mich davon ab, einen ähnlichen Wutanfall wie unsere Jüngste zu bekommen. [Es hätte sich glaube ich auch nicht wirklich gut gemacht, wenn ich mich im Dreck gewalzt hätte!]

Ich ignorierte die Frau und gab ihr mit einem gekonnten Augenverdreher zu verstehen, dass ich sie leicht gaga fand, während ich mir Sophia griff, ihr das Brot aus der Hand nahm und mich somit gleich auf zweifache Weise unbeliebt machte. Zum einen begann unser engelhaftes Trotzkind direkt wieder zu schreien, zum anderen empörte sich der ältere Herr: "Manche Menschen sollten wirklich lieber keine Kinder kriegen!"

Noch im Weggehen hörte ich die Dame dann bemerken: "Unmöglich manche Eltern. Das arme Kind!"

Das arme Kind schmollte noch eine kleine Weile, hatte die Enten dann rasch vergessen und vergnügte sich später engelsgleich auf dem Spielplatz.

 

augenBloglich 02.04.2005, 19.42| (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Nachwuchs

Hoppel

Unser jüngstes Familienmitglied trägt den originellen Namen "Hoppel" und wird von unseren Mädel überschwänglichst geliebt:

Seit Ostern wohnt Hoppel nun also bei meinen Eltern und ist Gesprächsthema Nr. 1 bei Lena und Sophia. Hoppel ist niedlich, keine Frage, aber Hoppel kann - wie sein Name schon sagt - irre schnell und hakenmäßig hoppeln und das stellt uns - hin und wieder - vor das ein oder andere Problem.

Während wir Hoppel an Ostern gut in seinem weiträumigen Außengehege aufgehoben wussten, bzw. dachten, er sei gut und sicher aufgehoben, speisten wir nett zu Mittag. Bei einem kurzen Blick aus dem Fenster sah ich unseren niedlichen Mitbewohner nicht mehr in seinem Gehege und meinte zu meiner Mutter: "Wo ist denn Hoppel?" Ihre felsenfest überzeugt klingende Antwort lautete: "Na, in seinem Gehege!" Auch Mütter können irren. Und so fand ich es herrlich amüsant, dass Hoppel bereits durch den ganzen Garten hoppelte und längst ausgebüchst war.

Das Kaninchen fand das offensichtlich herrlich und so ließen wir es erstmal hoppeln, da der Garten Kaninchen sicher angelegt ist, keine Gefahr bestand, dass der kleine Kerl auf weitere Abwege gelangt.

Selbstverständlich kam Hoppel nicht freiwillig zurück, so dumm ist der kleine Kerl nun auch nicht, und so wurde unser Osternachmittag mit einem herrlich anmutenden Schauspiel gekrönt. Vater und Großvater auf Häschenjagd.

Ich habe selten so laut lachen müssen. Es hat etwas durchaus großwildjagdmäßig, wenn sich zwei Generationen mit einer Decke bewaffnet aufmachen, so einen Winzling von Hasen einzufangen.

Ostern fand ich das durchaus erheiternd. Einen Tag später, meine Eltern machten sich auf in den wohlverdienten Skiurlaub, oblag die Häschenpflege dann mit einem Male mir und ich geriet schon beim bloßen Gedanken in Panik, der kleine Kerl könne wieder Reißaus nehmen und ich wäre dann diejenige welche.

Hoppel jedoch büchst nicht mehr aus. Zum einen wird das daran liegen, dass ich für ein "Dach" auf dem Außengehege gesorgt habe - rein prophylaktisch natürlich - zum anderen ist der kleine Kerl recht träge und liegt gerne faul in der Sonne herum.

Wir fahren nun täglich hin und genießen nicht nur das Häschen, sondern auch den großen Garten zum Spielen und Toben.

Und ich muss gestehen, der kleine Kerl ist wirklich niedlich. Man könnte meinen, ich werde zum Tierfreund!

:-)

augenBloglich 02.04.2005, 18.52| (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Nachwuchs

Leben ist anders

Ich empfinde es als sehr wohltuend, Entscheidungen zu treffen und aus meiner Wartehaltung auszubrechen. In den letzten Tagen habe ich mir viele Gedanken gemacht und bin oft zu dem Schluss gekommen, dass ich mir bis heute ein großes Stück Naivität und romantischer Gedanken geleistet habe. Irgendwie steckte da in mir nach wie vor ein Jugendkeim, ein Traumgebilde, der Wunsch, jemand nähme mich an die Hand, stünde mir zu Seite und übernähme meine Entscheidungen, nahezu mein Leben.

Ähnlich wie das Hoffen und Warten auf einen Traumprinzen.

Natürlich ist das Leben anders. Natürlich wusste ich das längst. Natürlich habe ich dieses Wissen nicht an die Oebrfläche drängen lassen. Natürlich hat die Bequemlichkeit gesiegt.

Die Bequemlichkeit jedoch hat nur einen Haken. Sie frustet mich auf Dauer, weil nichts mit ir gescheiht und ich auf der Stelle trample.

Sie abzustreifen ist ein äußerst befreiendes Gefühl und aus diesem Grunde geht es mir augenblicklich besser denn je.

augenBloglich 02.04.2005, 08.04| (2/0) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Gedanken

Die Teerose

In den letzten vier Wochen habe ich mehr denn je gelesen. Nach drei Sandra Brown Romanen ("Neid", "Betrogen" und "Blindes Vertrauen") gingen mir ihre Bücher aus und der Ebay Nachschub ließ auf sich warten. Darum griff ich zu "Die Teerose" von Jennifer Donnelly und tauchte ein, in ein London des Jack the Ripper......

Ein historischer Roman, wie er fesselnder nicht geschrieben sein könnte. Ich bin unmittelbar mit den ersten Zeilen eingetaucht in die Welt des Arbeitermädchens Fiona, genannt Fee, die in einer Teefabrik in London unermüdlich schuftet, sich dabei aber ihren großen Traum, eines Tages einen eigenen kleinen Laden zu eröffnen, aufrecht erhält.

Natürlich ist es auch ein Liebesroman, und was für einer. Während man am Leben Fionas, ihrer Familie und ihres Verlobten Anteil nimmt, werden geschickt historische Momente und Aspekte in die Geschichte hinein gewoben.

Jack the Ripper findet ebenso Eingang in die Geschichte, wie die ersten Arbeiterstreiks und die Gründung einer Gewerkschaft in London.

Man fährt mit der Protagonistin, die eines Tages unter üblen Umständen aus London fliehen muss, mit der Brittanic nach New York und erhält einen schillernd und wunderbar geschilderten Eindruck des New York vor ca. hundert Jahren.

Ich habe dieses Buch mit jedem Satz genossen. Für ein Erstlingswerk ist es nahezu perfekt und brillant geschrieben.

Glücklicherweise lag, als ich das Buch ausgelesen hatte, auch schon wieder ein Sandra Brown Buch parat.

Aus der Vergangenheit also zurück in die Gegenwart. "Die Teerose" findet einen festen Platz in meinem Bücherregal. Ich habe das Buch sicherlich nicht zum letzten Mal gelesen!

augenBloglich 02.04.2005, 07.59| (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Bücher

Internes
Letzte Kommentare:
angelface:
Ich versüsse mir den Morgen mit dieser Deine
...mehr
angelface:
zwar sehe ich, dass ich es schon im Sept.21
...mehr
Rosi:
hihiein toller Berichtich hätte mich schon g
...mehr
angelface:
am LIebsten würde ich dir ja laut zurufen:"
...mehr
Herr Rau:
"Paket! Paket!"Sehr mutig, all das. (Ein biss
...mehr
Shoutbox

Captcha Abfrage



Marie
Toll, dass Du wieder bloggst!
Ich wünsche Dir ein frohes neues Jahr und hoffe, ich lese Dich nun wieder regelmäßig!
2.1.2015-4:56
Hanna
Nochmal herzlichen Dank für die Hilfe und du hast einen sehr tollen Blog ! (:
26.11.2011-16:21
Gartenfee
Hi, bist du gar nicht mehr hier am Werk??? Das wäre aber schaade.
25.2.2011-23:00
patricia
wie heißt deine lehrerin!!!!!!!!
1.3.2008-16:20
NIcole
Hey, ich find das super das Du Dich durchgesetzt hast bei den anderen Müttern. Ist doch egal was die sagen. Bin stolz auf Dich. lieben Gruß
NIcki
30.3.2007-9:25