Ja gibt es denn das? Da habe ich doch das große Glück und erwische von der Startseite weg bei buchticket "Das Universum in der Nussschale" von Hawking als ungelesenes Hardcover Exemplar und dann noch von einem so lieben Menschen eingestellt. Zufälle gibt es. *freu*

augenBloglich 12.03.2005, 20.40| (2/1) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Bücher
Neulich geriet ich in die Qual einen Videofilm mit ansehen zu müssen, der unter anderem eben mich zeigte. Natürlich sehe ich täglich mein Spiegelbild. Wir sind alte Vetraute, schauen uns längst nicht mehr so eindringlich an, wissen ja eh, wie wir aussehen, was der Blick zu erwarten hat.
Nun saß ich also auf dem Sofa und betrachtete diesen Film. Ich sah mich von vorne, ich sah mich von hinten. Ich sah mich seitlich und stehend, liegend, sitzend, laufend, spielend und ich fragte mich die ganze Zeit, ob alle anderen Menschen mich genau so sehen, wie ich mich just in diesem Moment sah.
Und das Eingeständnis, dass dem wohl so sein wird, das tat sehr weh. Das Wehtun bezog sich weniger auf das, was ich sah, als auf die Tatsache, dass ich gelernt habe, mein äußeres momentanes ICH schlicht zu ignorieren.
Es ist wie eine einstudierte Rolle, ich habe gelernt, so zu tun, als sähen die Menschen mein Äußeres, wie ich es von innen her fühlen kann. Was natürlich eine nette Vorgaukelung ist, aber völlig unrealistisch. Allerdings ist es genau diese Lüge, die mich mit dem Übergewicht einigermaßen "gut" leben lässt.
Wird man sich dessen bewusst, in dem ein oder anderen ehrlichen Augenblick, möchte man seine überflüssige Haut und das Darunter abstreifen, wie eine lästige Hülle, um das zum Vorschein zu bringen, was man selber fühlt und sieht, was aber im Grunde tief verborgen ist.
Nur, dass es sich eben nicht um ein abgetragenes Kleidungsstück handelt.
augenBloglich 12.03.2005, 20.20| (3/2) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: körperlich
Unsere Wohnung glänzte heute. Es war gesaugt, gewischt, aufgeräumt. Alles lag an Ort und Stelle, kein Krümel zierte mehr den Boden. Völlig stolz und sehr zufrieden mit mir und meinem Schaffensgeist gelang es mir, dieses Höchstgefühl satte zwei Minuten auszukosten.
Dann fiel die erste Flasche. Sie fiel vom Tisch auf dem Boden. Sie fiel hart. Sie zerbarst in tausend Scherben. Sie war einst voll. Nun war sie leer. Pfützen zierten den zuvor glänzenden Boden.
"Mama, das is mir einfach drade so passiert - eben!", verkündete Sophia offensichtlich geknickt und gemeinsam machten wir uns daran die Spuren des Falls zu beseitigen. Während es Sophia rasch langweilig wurde, putzte ich irgendwann alleine weiter - nicht böse drum, da dies eher als arbeitserleichternd zu betrachten ist. Ich war noch nicht ganz fertig, als es in der Küche rumorte, polterte, klirrte und kugelte. Bevor ich mit eigenen Augen sehen konnte, was geschehen war, vernahm ich ein deutliches:
Mama, das is mir einfach drade so passiert - eben!" und mir schwante nichts Gutes. Da man ja bekanntlich nie auslernt, weiß ich nun, dass es mehr als sinnlos ist eine Packung Puffreis auf der Dunstabzugshaube verstecken zu wollen. Ebenfalls bekannt ist mir nun die Tatsache, dass Puffreis sich bei aufplatzender Tüte gerne weitläufig in der Wohnung verteilt und sich ausgesprochen effektvoll über sandfarbene Fliesen verstreut.
Inmitten der Bescherung saß Sophia, stilvoll und mit einem Löffel bewaffnet, schaufelte sie die kleinen Kügelchen mit dem Löffel in ihren Mund und quetschte mit kugelvollen Mund hervor: "Ja, das is mir passiert und is hab die einfach defunden da oben!"
Ein Staubsauger leistet in einem solchen Fall hervorragende Dienste, übertönt dazu, wenn auch recht mühsam, das tyrannische Gebrüll der Übeltäterin, die den Puffreis gerne für ihren Magen gerettet hätte.
In dem Moment, wo der Staubsauger nicht länger vermag das Gebrüll zu übertönen, muss einem klar sein, dass etwas Ungewöhnliches geschehen ist. In diesem Falle war es lediglich die zweite zerdepperte Wasserflasche. Puffreis ist ungesund und macht durstig. Selbst Schuld, wenn man so'n Zeugs im Haus hat.
"MAAAMMMMA, tuck mal, das is mir einfach drade so passiert - eben! überschrie Sophia den Staubsauger und ich merkte, wie meine Explosionsgene sich langsam aufblähten.
Scherben bringen Glück - demnach müssten wir vor Glück demnächst also kaum noch ein und aus wissen.......
Scherben beseitigt, Puffreis beseitigt, Scherben beseitigt. Es könnte ja sein, dass Mama mal Langeweile bekommt und das will hier wirklich niemand. Drum bietet es sich an, kurze Zeit später lauthals zu verkünden: "Mama, tomm snell detz. Das is mir einfach drade so passiert, eben. Drade.!" wies mich Sophia auf die blutende Beule an Lenas Kopf hin, während Lena protestierte: "Dar nicht, das hat die Phia extra demacht! Selbstverständlich wurde mir der (Bau-)stein des Anstoßes präsentiert und während ich Lena noch mit "Heile, heile Segen" usw. tröstete, hörte ich Sophia aus dem Bad:
"Oh nein, Mama, das is mir einfach so passiert detz!" ich überstürzte nichts. Das Kind schien noch zu leben, ich hatte auch nichts Klirren oder Rummsen gehört, also nur die Ruhe. Es war nur mal wieder der eindeutig zu weite Weg zur Toilette, ein Schaden, der sich in Grenzen hält.
Nach diesem Vorfall, das muss ich ehrlicherweise einräumen, hatte ich wohl etwa eine halbe Stunde ganz für mich und so gänzlich ohne Vorkommnisse ehe mich Sophias:
"Maaaaama, tuck mal, das is mir drade eben so passiert, einfach!" erneut hochschreckte. Ein umgeschüttetes Glas Milch, ja nun. Auch der versehentlich verbastelte wichtige Brief aus meiner Schultasche, ein Sturz von der Fensterbank und Ähnliches konnte jetzt nicht mehr die wirkliche Panik hervorrufen.
Mittlerweile habe ich eine Allergie entwickelt. Immer wenn ich "Mama, das is mir einfach drade so passiert!" höre setzt ein panischer Fluchtgedanke bei mir ein.
Komisch.
augenBloglich 12.03.2005, 19.40| (3/0) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Nachwuchs
Gerade waren wir gemeinsam zur Vorführung eines Kinderzirkusses im hiesigen Gemeindehaus. Der Gemeindesaal war rappelvoll, klar, dass man da schonmal jemanden vor sich sitzen hat.
Klar ist dies zumindest einigen Mitmenschen, anderen weniger. Hinter uns setzte sich eine Dame mittleren Alters. "Meine Güte, hätt ich das gewusst hätt ich mir lieber zu Hause 'ne Tasse Kaffee gemacht und wär auf'm Sofa geblieben!" Dies wäre zumindest für uns eine wahre Wohltat gewesen.
Diese Dame meckerte nonstop. Der Saal zu klein, die Stühle zu hart, zu viele Menschen, zu dicke Menschen, zu große Menschen, zu schlechte Luft, zu früh am Nachmittag, schlechter Samstag, schlechtes Wetter, zu viele Kinder, zu laute Kinder, zu bewegungsfreudige Kinder, zu helles Licht, zu schlechte Sicht, zu später Vorstellungsbeginn, zu ungünstige Stuhlposition, zu wenig Fenster, zu grelle Scheinwerfer, kein Kuchen, die Toilette zu weit weg......
Nun muss man sich vorstellen, mühten sich da vorne Grundschulkinder ab und sie machten ihre Sache richtig richtig gut. Sie baten zwischenzeitlich um Ruhe, damit sie sich besser konzentrieren konnten und man hört nur immer eines: die keifende "Alte" [pardon] in meinem Rücken.
Ehrlich, solche Nörgelköppe sollen doch am besten mit ihrem Allerwertesten im Bett bleiben.
Wir haben uns jedenfalls woanders hingesetzt, als das Lamentieren nicht mehr auszuhalten war.
Schrecklich.
augenBloglich 12.03.2005, 16.34| (2/1) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Erlebnisse
2 zerdepperte Wasserflaschen
1 Sturz von der Fensterbank
2 x umgeschüttete Milchgläser
3 Beulen
2 blutige Kratzer
1 x Toilette nicht mehr erreicht
Geht doch, oder?
augenBloglich 12.03.2005, 11.32| (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Alltagskram