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Einträge vom: 01.02.2005

melancholische Momente

Die Heimfahrt von der Arbeit hilft mir, meinen Kopf ein wenig frei zu bekommen. Das Radio spielt, ich fahre wie automatisiert, lasse meine Gedanken hierhin und dorthin treiben, stets nur kurz verweilen. Mit einem Male erklingen vertraute Töne aus dem Radio. Katapultartig verschlägt es mich in die Vergangenheit. Ich bin 15 Jahre jünger, lebenslustige, hoch motivierte Studentin, mit viel Zeit zu reisen, jeden Tag, jeden Abend, stets unterwegs. Auf der Suche nach mir selbst, noch nicht angekommen in meinem "ich", aber unbändig frei und fessellos. Während ich lauthals den bekannten Text mitsinge und mich das Auto weiter Richtung Zuhause bringt, denke ich, mit ein wenig Wehmut und Melancholie an das "Einst" zurück, das Gewesene, das Leben, das ich in der Form nicht wieder werde erleben können. Und es schwingt schon ein wenig Traurigkeit mit in meinem Eintauchen in längst Vergangenes. Die Gewissheit, sich an etwas zu erinnern, das tief in mir diese melancholischen Schwingungen frei setzt. Letztlich spiegelt dieser Augenblick die Erkenntnis, das die Zeit nicht aufzuhalten ist. Ich mich gefunden, zwischenzeitlich jedoch wieder verloren hatte, mein Leben heute ein gänzlich anderes als damals ist.

Hätte ich damals gewusst, dass ich einst wehmütig an die Vergangenheit denken würde, mich melancholische Gedanken und Gefühle übermannen, ich hätte das Damals als Jetzt viel mehr genossen.

Und während das Lied langsam ausklingt, ergreift mich der Gedanke, dass irgendwann das Jetzt auch zum Damals geworden sein wird und ich besser daran täte, den Augenblick, die Gegenwart zu genießen.

augenBloglich 01.02.2005, 17.16| (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Augenblicke

gefunden bei Hermann Hesse

 

 

Wenn

wir heute,

in einer Welt der Zwecke

und in einer Welt

der Machbarkeiten,

nichts mehr hätten

von der Phantasie,

von der Freude am Schönen,

von der Freiheit der Farben

und vom Schmücken der Säle,

dann wären wir

mitten in dem,

was uns umgibt,

die ärmsten Menschen.

augenBloglich 01.02.2005, 16.59| (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Lyrik

ins Stolpern geraten

Obwohl dieser Blog hier eine Übergangslösung zu sein schien, ein erstes, schnell zusammen geschustertes Exilzuhause, nachdem meine urspürngliche Schreibheimat mir nicht länger eine Heimat sein konnte, habe ich es mir hier längst wohnlich gemacht. Das, was dem Einfall eines Augenblickes diente, ist nun nicht länger eine Zweitlösung sondern mir vertraut geworden.

Dennoch merke ich, auch nach einem halben Jahr, hin und wieder immer noch, dass ich einst ins Stolpern geriet. Nicht nur was das Schreiben betrifft, aber auch. Tägliche, meist sogar mehrere Male, betrat ich einst mein Blogzuhause und vertraute mich ihm an, schrieb mir alles im wahrsten Sinne des Wortes von der Seele. Das Stolpern änderte einiges.

Es ist, als stürze man mitten in einem Lauf, rapple sich zwar wieder hoch, aber einige Körperteile schmerzen sehr, so dass man gewzungen wird langsamer zu laufen, häufiger Pausen zu machen, einen neuen Rhythmus zu finden. Noch immer bin ich nicht im Einklang mit einem neuen Schreibrythmus. Mal denke ich, ha, jetzt klappt es, jetzt läuft es rund, nichts schmerzt mehr, aber bislang waren das Täuschungen. Hin und wieder tritt doch noch ein stechender Schmerz auf, der mich aus dem Tritt bringt, das Tempo verändert, mich pausieren lässt.

Um so mehr freue ich mich über Menschen, die mir per mail mitteilen, dass sie nach wie vor hier gerne lesen, dass sie sich still und heimlich auf die Seite klicken, sich hier zwar nicht äußern, aber meine Worte nachvollziehen können und hin und wieder auch Spaß haben bei dem, was ich schreibe.

Ich merke aber natürlich auch, dass es andere irritiert was mit meinem Blog passiert ist. Dass sie nicht mehr viel mit dem anfangen können, was ich hier schreibe, dass ihnen das fehlt, worüber ich kein Wort mehr verliere. Es ist ja auch nicht gerade schön mit ansehen zu müssen wie jemand ins Straucheln gerät, aber gezwungen zu sein hinter einer Art Absperrung zu stehen und nicht helfen zu können. Das Aufrappeln ist nicht unbedingt ein lohnenswerter Anblick und so verstehe ich jeden, der sich gelangweilt abwendet und sich anderen Dingen zuwendet.

Im Grunde aber es ist genau dieses Aufrappeln, Aufstehen, von vorne beginnen, was mich weiter bringt, mich verändert und was unsagbar spannend ist, weil noch nicht klar ist, wie der neue Rhythmus aussehen wird.

Aer ich fühle, dass es nur noch kleine Zipperlein sind, die heilen müssen. Und das macht Hoffnung!

augenBloglich 01.02.2005, 06.01| (2/0) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Gedanken

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Marie
Toll, dass Du wieder bloggst!
Ich wünsche Dir ein frohes neues Jahr und hoffe, ich lese Dich nun wieder regelmäßig!
2.1.2015-4:56
Hanna
Nochmal herzlichen Dank für die Hilfe und du hast einen sehr tollen Blog ! (:
26.11.2011-16:21
Gartenfee
Hi, bist du gar nicht mehr hier am Werk??? Das wäre aber schaade.
25.2.2011-23:00
patricia
wie heißt deine lehrerin!!!!!!!!
1.3.2008-16:20
NIcole
Hey, ich find das super das Du Dich durchgesetzt hast bei den anderen Müttern. Ist doch egal was die sagen. Bin stolz auf Dich. lieben Gruß
NIcki
30.3.2007-9:25