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Einträge vom: 30.01.2005

Schlittenfahren

Ein knackig kalter, neblig trüber Wintertag, viel Schnee, zwei schlittenbegeisterte kleine Mädchen und deren Eltern........

Macht zusammen eine Menge Spaß in eisiger Kält. Ein wunderschöner Wintertag eben.

 

augenBloglich 30.01.2005, 18.48| (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Erlebnisse

über Gewohnheiten

Ich bin ein Gewohnheitsmensch. So ganz und gar. Sich Umgewöhnen auf Neues fällt mir zuweilen schwer. Die Routine und Sicherheit von Altvertrautem genieße ich sehr und es kommt selten vor, dass ich viele Gewohnheiten auf einmal ändere.

Es ist wie mit dem ungeräumten Supermarkt. Ich komme in den Laden, der mir vertraut ist und merke sofort, mein Einkaufszettel - geschrieben nach der Reihenfolge der Regale in genau diesem Laden - stimmt nicht mehr mit den äußeren Umständen überein. Die Eier stehen nicht dort, wo sie stehen sollten und noch gestern standen. Stattdessen finde ich Seife, die zuvor am anderen Ende des Ladens ihr trockenes Dasein fristete.

Meine Augen irren umher, nichts ist mehr so, wie es noch gestern war. Ich muss Umdenken, mich Umgewöhnen, mein Vertrautes und Gewohntes hinter mir lassen.

Ähnliches betrifft mein Surfverhalten im Internet. Stets habe ich dieselben Seiten auf und nach dem Lesen wieder zugeklickt. Habe Altbewährtes gefunden, bin auf jene Menschen gestoßen, die mir vetraut waren, deren Worte mir bekannt vorkommen, in deren Leben ich einen gewissen Einblick genommen habe - über das Netz - vielleicht gar auch privat.

Und eines Tages fühle ich mich dauermüde all dessen. Ich öffne ein zuvor geliebtes Forum und ich merke, dass mich mehr postings aufregen, als ansprechen. Dass ich die meisten Namen der dort schreibenden Menschen keinen Köpfen, keinen Herzen mehr zuordnen kann und dass Dummheit und Intoleranz aus so vielen geschriebenen Texten spricht, dass mir übel wird. Ich klicke noch ein paar Tage lang weiter in dieses Forum, weil ich genau das jahrelang getan habe, weil es mir vetraut ist, gewohnt. Weil ich dort Menschen traf, die mir zugehört haben, geholfen haben, mich unterstützt haben. Doch das tagelange auf- und wieder zuklicken bewirkt nur eine immer größere Frustration. Ich verspüre zunehmend den Wunsch anderen dort Schreibenden über den Mund fahren zu wollen. Es drängt mich zu oft, sarkastische Kommentare unter Texte zu setzen, die meine Aufmerksamkeit nicht verdient haben und letztendlich muss ich mir eingestehen, dass alles einer stetigen Wandlung unterliegt und ich mich dort eben einfach nicht mehr heimisch fühle.

Natürlich werde ich jene Menschen, die ich zunächst dort traf nicht ebenso "verlassen" wie jenes Forum, aber dort wird nicht länger die Kontaktstelle sein. Und ich merke, wie befreiend es sein kann, loszulassen und vertraute Gewohnheiten zu ändern.

Nun bin ich anderswo unterwegs in den weiten des Netzes, lege neue, bald schon vertraute Spuren und lasse neue Gewohnheiten wachsen.

Im Leben, außerhalb des www ist es ebenso. Gerade im vergangenen Jahr habe ich das immer wieder und nur zu deutlich gespürt. Es tut gut, vertraute und gewohnte Pfade zu verlassen. Nur so kann Neues entdeckt werden. Nur so kann ich mich weiter entwickeln, mich immer mehr mich selbst annähern.

Und doch: Es ist das Vertraute, was mich stützt, was mich hält und was mich immer wieder auffängt. Manchmal erweisen sich neue Wege als Sackgassen und dann tut es gut, jemanden an seiner Seite zu wissen......

augenBloglich 30.01.2005, 10.07| (2/1) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Augenblicke

Büchermenschen

Es sind die verborgenen Welten, die Geheimnisse, die von einem ungelesenen Buch ausgehen und die mich schon als Kind in ihren Bann zogen. Die Gedankenwelten, die Kopfkinobilder. Das Gefühl, mit meinem inneren Auge dem Geschriebenen ein Bild zu geben.
Das Losgelöstsein aus dem Hier und Jetzt, das Ein- und Abtauchen in fremde Welten, Köpfe, Gefühle und Herzen anderer, fremder, wenn auch zuweilen fiktiver Menschen.

Ich liebe Worte. Es gibt Worte - Gedichte, Geschichten, Romane - die mich seit Ewigkeiten begleiten, die mir Halt geben, wenn ich traurig bin, die mich aufbauen, mich lachen lassen, mich verzaubern oder nachdenklich stimmen.

Autoren, deren Worte genau das ausdrücken, was ich zu empfinden und zu erleben scheine.
Eine Welt ohne Worte, geschriebene Worte, wäre für mich eine deutlich ärmere Welt.
Eine karge, phantasielose und dürftige...

Meine Bücher leben mit mir und ich mit ihnen. Natürlich dürfen sie zerlesen sein, zerfleddert von immer wieder nochmaligen Lesen. Sie dürfen Schokospuren tragen, und Fingerflecken - sofern es meine eigenen Bücher, meine eigenen Flecken, meiner eigenen Finger sind - da bin ich eigen.

Manchmal muss ich spontan einen Gedanken an den Rand kritzeln, manchmal etwas dazu malen, schreiben, notieren. Das sind dann jene Bücher, die mir zu Schätzen werden, die mir kostbar sind, die in meinen Händen bleiben.

Und immer wieder mal stolpere ich dann über jene Bücher, die ich ex und hopp lese, die mich wunderbar unterhalten, aber nicht hier verweilen müssen.
Auch das gibt es.

Und irgendwann, wenn ich mal eine Unmenge an Zeit und vor allem Ruhe habe, wenn ich alt, grau und selbstverständlich weise bin, dann sortiere ich das gedankliche Wortchaos in mir und schreibe selber.
Das zumindest habe ich mir fest versprochen!

augenBloglich 30.01.2005, 09.54| (2/0) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Bücher

Frau Zaugg

Ich kann mir natürlich in keinster Weise ein Urteil über jene Frau Zaugg erlauben, die  als Schweizer Völkerkundlerin seit 18 Jahren das Putzen erforscht. "Man muss Putzen als Tanz verstehen!", äußert diese Frau und macht Putzen zu einer Lebensphilosophie. Morgens, während der Fahrt zur Arbeit, hörte ich mir die geballten Weisheiten der Frau Zaugg an und musste zunächst das damalige Datum erforschen, da ich mir vorkam wie an einem 1. April. Doch nein, diese Frau meint es ernst und so bin ich in mich gegangen, nur um festzustellen, dass unser Zuhause wohl wenig einladend wirken muss........

Um ehrlich zu sein, ich putze selbstverständlich freudlos, mir springen keine fröhlichen Lieder über die sanft gespitzten Lippen, während ich ellebogentief im Klo herumfuhrwerke. Und genau das ist der Knackpunkt. Mit mehr "achtsamer Raumpflege" würden sich sicherlich auch unsere Gäste wohler bei uns fühlen!

"Frauen haben im Zuge der Emanzipation den Haushalt zurückgelassen und in das Mantra der Verachtung der Putzarbeit eingestimmt" erfahre ich da durch Frau Zaugg über mich und frage mich, was wohl das "Mantra der Verachtung" sein könnte?

Ja, ich gestehe, bislang ist es mir nicht einmal annähernd in den Sinn gekommen "eins mit dem Putzgerät" zu werden. Und noch ehrlicher, stell ich es mir auch ein wenig - naja - unromatisch vor, mit einem verdreckten, glibberigen Wischmopp eins zu werden, aber meine Toleranz diesbezüglich ist groß und es soll sich vereinigen, wer sich vereinigen möchte.

Klar ist mir nun, dass ich so gänzlich gar keine Ahnung habe. Dank Frau Zaugg, über die ich mir selbstverständlich immer noch keine Meinung bilden kann, weiß ich ja nun, dass ich sozusagen alles falsch mache, was es beim Putzen falsch zu machen gibt.

Meine Hände gleiten nie sanft und locker über irgendwelche Oberflächen um den Staub zu entfernen - im Gegenteil wuschwusch muss das bei mir gehen, zügig und energievoll, nur so gelingt es, die klebrigen Frühstücksreste von der Tischplatte zu kratzen.

"Putzen, so die Putzexpertin, kann man auch als reine Wellnessübung begreifen. Ganz entspannt Staub saugen, dabei noch summen. Das lockert Schultern, Arme und die Stimme. Also geben Sie sich zur Abwechslung doch mal dem Staubsauger hin."

Frau Zaugg scheint kinderlos. Erstens hat sie viel zu viel Zeit, um über so unwichtige Dinge wie das Putzen nachzudenken, zweitens kann sie in der Tat entspannt staubsaugen. Ich würde Frau Zaugg ja gerne einmal hierher einladen und dann kann sie mir dieses entspannte Staubsaugen ja mal vormachen. Vielleicht gelingt es ihr als Putzerxpertin ja, unsere laut kreischend umherspringenden Kinder, die sich gerne mal rittlings auf den Sauger setzen um Pferdchen zu spielen, dann aber haltlos hinten über kippen, um sich am harten Fliesenboden den Schädel einzuschlagen, mit in die Entspannungsübung einzubieziehen.

"Wer sich voller Konzentration der Sache widmet, für den wird Putzen zur reinen Meditation."

Demnächst rufe ich also nicht warnend: "Achtung, hier ist es rutschig, ich habe gewischt!" ins Kinderzimmer, sondern säusele: "Ihr Lieben, seid doch bitte ein wenig leise, Mama muss jetzt mal eine Runde meditieren!" Die Aussichten auf Erfolg sind vielversprechend.

Andererseits eröffnen sich ungeahnte Dimensionen:

"Also wischen Sie den Herd einfach mal anders, nämlich locker mit beiden Händen, einmal links herum, dann wieder rechts herum, den Lappen in der linken Hand, dann wieder in der rechten. Das trainiert die Gelenke - auch für Kampfsport."

Nie wieder muss ich fortan auf die von mir stets übellaunig entgegen genommene Frage:

"Treibst Du eigentlich Sport?" mit  "nein" antworten. "Klar!", wird es fortan aus meiner Kehle schallen: "Ich putze!"

Frau Zaugg, Dank Ihnen wird sich mein Leben radikal ändern. Herzlichen Dank!

 

augenBloglich 30.01.2005, 07.41| (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Alltagskram

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Marie
Toll, dass Du wieder bloggst!
Ich wünsche Dir ein frohes neues Jahr und hoffe, ich lese Dich nun wieder regelmäßig!
2.1.2015-4:56
Hanna
Nochmal herzlichen Dank für die Hilfe und du hast einen sehr tollen Blog ! (:
26.11.2011-16:21
Gartenfee
Hi, bist du gar nicht mehr hier am Werk??? Das wäre aber schaade.
25.2.2011-23:00
patricia
wie heißt deine lehrerin!!!!!!!!
1.3.2008-16:20
NIcole
Hey, ich find das super das Du Dich durchgesetzt hast bei den anderen Müttern. Ist doch egal was die sagen. Bin stolz auf Dich. lieben Gruß
NIcki
30.3.2007-9:25