Nachdem ich ja nun fleißigst bei buchticket tausche, sortiere ich meine üppigst gefüllten Bücherregale aus. Hin und wieder fallen mir dann in der Tat Bücher in die Hand, die ich aus unterschiedlichen Gründen einfach nie zuende gelesen habe.
Ich weiß nicht wie oft ich "Das Glasperlenspiel" von Hesse angefangen habe. Ich liebe Hesse, ich habe viele seiner anderen Bücher sehr sehr oft gelesen, seine Gedichte begleiten mich schon seit zig Jahren, aber dieses Buch schafft mich. Ich kann es nicht weggeben, niemals könnte ich ein Hesse Buch fortgeben, eintauschen oder gar verkaufen. Meist stelle ich mir vor, wie mich im Alter die Weisheit überfällt, ich im Schaukelstuhl sitze, "Das Glasperlenspiel" lese und überhaupt nicht nachvollziehen kann, warum ich es in jungen Jahren nicht zuende lesen konnte.
Dann gibt es da noch so einen dicken Wälzer: "Der Zauberberg". Auch dieses Buch von Thomas Mann habe ich bislang "nicht geschafft". Weniger, weil ich es nicht verstanden habe, vielmehr aus Langeweile. Das höchste der Gefühle war mal das Lesen bis Seite 120 oder so. Bis dahin hatte ich immer noch nicht das Gefühl, dass die Geschichte begonnen hatte. Nun ja. Auch dieses Buch bleibt natürlich im Regal stehen. Für meine Oma Tage - keine Frage.
Anders ist es mit "Lempriere's Wörterbuch" — von Lawrence Norfolk. Ehrlich, ich muss offen eingestehen, dass ich zu dämlich für dieses Buch bin. Ich habe es mehrmals gewagt und begonnen zu lesen. Keine Ahnung, was Herr Norfolk mir mit diesem Roman mitteilen und auf den Weg geben möchte. Ich verstehe das Buch nicht und habe wenig Hoffnung, meinen Verstand bis ins hohe Alter derart schulen zu können, dass ich dieses Buch jemals verstehen könnte. Weg damit.
Auf meiner Aussortierungstour werden mir sicherlich noch mehr Bücher begegnen. Auch jene, die ich las, aber an denen mein Herz nicht hängt.
Obwohl - es interessiert mich schon brennend, ob andere Menschen auch Bücher haben, die sie nie zuende gelesen haben ???
augenBloglich 29.10.2004, 19.57| (8/0) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Bücher
Als wir am Kindergarten ankamen, um Lena heute Mittag zum letzten Male von dort abzuholen, tobte sie fröhlich durch die Gänge. Genoss sichtlich die Aufmerksamkeit, die ihr zuteil wurde und präsentierte uns stolz ihre Abschiedsgeschenke. Zur Erinnerung hatte sie jedem Kind einen "Schmunzelstein" geschenkt und dazu erklärt, es müsse ja niemand traurig sein, jeder hätte ja nun den "Schmunzelstein" und könne sich immer an sie erinnern.
Kaum saßen wir im Auto, brach es aus Lena heraus. Sie weinte bitterlich und beklagte kummervoll, dass sie so traurig sei, weil sie S. ihre Erzieherin nun nicht wiedersehen würde....
Ihr Schluchzen war herzzerreißend und ich hätte so mitweinen können. Also sprachen wir während der ganzen Autofahrt darüber, dass es okay ist, wenn man traurig ist, weil man Abschied nehmen muss.
Erst zu Hause versiegte der Tränenstrom, weil die Neugierde mit einem Male überwog. Der Papa hatte nämlich eine kleine Überraschung für Lena und die tröstete ein klein wenig über den bitteren Kummer hinweg.
Ich bin sehr gespannt, wann der nächste Ausbruch kommt. Ich glaube nicht, dass Lena den Wechsel so ohne Weiteres "wegsteckt". Und natürlich stellt so ein weinendes Kind die eigenen Entscheidungen in Frage....
augenBloglich 29.10.2004, 19.18| (1/1) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Nachwuchs
Die Vorbereitungen sind getroffen. Wir haben Eis gekauft, das war Lenas Wunsch für ihre Kindergartenabschiedsparty. Die Geschenke für die Erzieherinnen liegen bereit, genauso wie das Kleid, das Lena heute unbedingt anziehen möchte, um ganz besonderns hübsch auszusehen.
Die Erzieherinnen versüßen Lena den Abschied damit, dass sie heute "Bestimmerin" sein darf und darauf freut sie sich riesig.
Bereits gestern gab es Tränen bei Lenas Kindergartenfreundin, die überhaupt nicht verstehen kann, dass Lena bald nicht mehr kommt......
Noch ist Lena ausgelassen und fröhlich, ich kann nicht absehen, wie das heute Mittag sein wird. Ein bisschen bangt mir schon davor.
Für mich persönlich geht ein wichtiger, negativ besetzter Lebensabschnitt mit diesem Wechsel einher.
Ich kann die Stadt, in der wir zwei Jahre gelebt, ich sieben Jahre gearbeitet habe endlich gänzlich "zurücklassen", sämtliche Verbindungen diesbezüglich abbrechen und muss meine Gedanken nicht ständig mit Vergangenem konfrontieren. Nicht zu vergessen, dass die Organisation ab nächsten Dienstag einfacher wird, machbar und stressfreier.
Jetzt wird es erstmal darum gehen, Lena den Abschied so leicht wie möglich zu machen und das Neueingewöhnen. Alles andere tritt in den Hintergrund!
augenBloglich 29.10.2004, 07.04| (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Nachwuchs