Sophia, deren Lieblingsbeschäftigung es derzeit ist, ein kleines Hündchen zu sein, hat heute beim Abschlecken eines Bingoplättchens etwas zu dolle geschleckt und das Plättchen direkt verschluckt.
Beide Mädchen gerieten direkt in Panik, weinten und kamen zu mir gerannt, um mir zu berichten, was Schreckliches vorgefallen war.
Noch vor zwei Jahren wäre ich wahrscheinlich geneigt gewesen den Rettungswagen zu arlamieren. Nachdem ich aber feststellen konnte, dass es Sophia glänzend ging, die Größe des Plättchens als eher klein einzustufen war, schlussfolgerte ich, dass das Teil schon irgendwann wieder heraus kommen wird.
Daraufhin wurde Sophia schnellstens wieder zu einem Hündchen. Aber eines, das gar keinen Appettit mehr hatte.
;-)

augenBloglich 22.10.2004, 19.19| (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Nachwuchs
Manchmal falle ich in stupide pädagogische Abarten. So gerade eben beim Mittagessen. Lena will wie immer nicht essen. Gänzlich unüberlegt äußere ich den pädagogisch "wertvollen" Satz:
"Iss lieber, sonst bist du gleich zu schlapp zum Fahrrad fahren!"
[*hust* -- ja, ja, es kam einfach so über mich.]
Und was macht das Kind?
Lena holt aus, boxt mir direkt ins Gesicht und kommentiert:
"Mama, ich dlaub ich bin stark denug zum Fahrrad fahren!"
augenBloglich 22.10.2004, 13.40| (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Nachwuchs
Mir ist so danach, aller Welt mitzuteilen, dass ich auf einem guten Wege bin. Dass es mir gut geht und ich meine neu gewonnenen, erarbeitete Ausgeglichenheit so über alle Maße schätze.
Ich kann nicht sagen, dass ich das letzte Jahr Trübsal blasend verbracht hätte. Kein Vorfall hat es je geschafft, mir meine Lebensfreude gänzlich zu rauben, auch das Lachen ist mir im Grunde nie vergangen - aber ich fühlte diese beständige Last. So als wolle mich irgendetwas mit aller Macht nach tief unten drücken und meine ganze Kraft und Energie floss in das Bemühen, mich gegen diesen Druck zu stemmen.
Jetzt, wo ich diesen Druck nicht mehr so empfinde, hat sich eine leise, warme, innere Freude in mich eingeschlichen. Und die Tatsache, dass ich hier schreibe ohne diese halbweise Leere zu spüren bestätigt mich.
Im Laufe der letzten zwölf Monate ging mir mein Ohr für andere Menschen verloren. Mein Blick, mein Augenmerk war viel zu sehr nur auf mich, meine Probleme und Sorgen, mein Befinden gerichtet. Es fehlte an Kraft, mit anderen mitzuleiden, andere aufzumuntern, Trost zu spenden oder liebe Gedanken zu senden.
Das Wissen darum, dass ich andere Menschen vernachlässige, um das Ummichherum in den Griff zu bekommen - das hat mich zusätzlich belastet.
Wie von selbst ist es nun wieder da: Das Sorgen um andere, das sich Umsehen, Umhören, mitleiden!
Es ist, also wäre ich wieder voll und ganz in der Welt. Wieder voll und ganz Mensch. Und ich hoffe von Herzen, dass das Gefühl anhält!
augenBloglich 22.10.2004, 09.22| (3/0) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Augenblicke
"Ich hab desadt du sollst nach Süden dehn!"
"Neeeeheeeein, ich deh nach Osten!"
"NEIN. Im Osten is doch Aldi. Wir dehn detz aber nicht zu Aldi. Verstanden?"
"Im Osten is dos nich Aldi. Aldi is dos da vorne."
"Da vorne ist doch Osten. Du Dummie."
augenBloglich 22.10.2004, 09.12| (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Nachwuchs
Zur Ruhe kommen, das bedeutet auch, innere und äußere Ordnung zu schaffen. Vielleicht das härteste Stück Arbeit für mich in den letzten 12 Monaten. Offen stehende Schubladen sehen nicht nur chaotisch und unordentlich aus, sie animieren auch beständig dazu, über den Inhalt - der da so präsent liegt - nachzudenken.
Auch mein Herz besteht zum Großteil aus diesen Schubladen und mein Kopf sowieso. War es noch vor Monaten meine Art, alle Schubladen herauszuziehen, darin zu wühlen und offen stehen zu lassen, so gelingt es mir heute, nur jene Lade zu öffnen, die wirklich gerade, momentan, augenblicklich, aktuell geöffnet werden muss. Und anschließend wird sie geschlossen. Nicht verschlossen, aber geschlossen. Nicht: "Aus dem Auge - aus dem Sinn" eher zur rechten Zeit zugriffbar.
Kein Inhalt drängt sich in meine Überlegungen, der nicht gerade akut ist. das Wissen darum, dass es Schubladen mit wenig schönem Inhalt gibt macht keine Angst. Ich habe das "nach und nach Prinzip" endlich für mich entdeckt. Und noch besser: Ich lebe es.
Seitdem geht es mir wesentlich besser.
Es hilft mit, bei dem "zur-Ruhe-kommen" und ich kann tief Luft holen. Ein befreiendes Gefühl.
augenBloglich 22.10.2004, 08.02| (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Gedanken