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:: geblogte Augenblicke ::




 


 



»Ist das äußere Schicksal über mich hingegangen wie über alle, unabwendbar und von Göttern verhängt, so ist mein inneres Geschick doch mein eigenes Werk gewesen, dessen Süße oder Bitterkeit mir zukommt und für das ich die Verantwortung allein auf mich zu nehmen denke.«

(H.Hesse in "Gertrud")






Sichtbar ist in erster Linie mein Leib und der ist leider mehr als füllig. Sonderbar nur, dass mein Leib sich selbst gern übersieht und direkt in meine Seele schaut. Und die ist schlank.

August 2003, suan


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Spottdrossel:
Kannst Du es nicht so probieren, daß Du Dich
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Spottdrossel:
Warte mal ab, bis Du jemanden triffst, der Di
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Wenn man ganz unten ist, tief gefallen. Der Boden hoch über einen schwebt, kann man liegen bleiben und zugrunde gehen, oder aufstehen und einen Neubeginn wagen. Ich habe mich für Letzteres entschieden.

s., 17. Juli 2004

 

 

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patricia
wie heißt deine lehrerin!!!!!!!!
1.3.2008-16:20
NIcole
Hey, ich find das super das Du Dich durchgesetzt hast bei den anderen Müttern. Ist doch egal was die sagen. Bin stolz auf Dich. lieben Gruß
NIcki
30.3.2007-9:25
Renate
Hallo, ich habe nicht herausgefunden, wie ich dich ansprechen kann. Ich lese jetzt durch ZUfall schonfast eine Stunde in deinem Blog. Du hast einenherzerfrischenden Humor und man kanneigentlich gar nicht aufhören, zu lesen. Vor allem, wenndu über den Nachwuchs schreibst, ist es so richtig lieb!
Ich gratuliere dich, dass du manch' Ungutes hinter dich gebracht hast! War gerne da!

Lb. Grüße RENATE
2.3.2007-18:21
Sanny
Schönen Sonntag, da war was schief gegangen bei der shoutbox, ich hatte die Vorgabe nicht gelöscht - sorry ;-)) Sanny
28.1.2007-10:27
NameSanny
TextJemand sagte mal zu mir: Nur was dir weh tut, bringt dich wirklich weiter! Ja, es verleiht mehr Tiefgang und du wirst ein "Herzensmensch", herzlichen Glückwunsch! Ich würde dich gerne näher kennen lernen. Danke, Sanny;-))
27.1.2007-23:04
Gina
Huhu, ich wünsche dir ein tolles Jahr 2007. Bis bald und lieben Gruss,
Gina
2.1.2007-8:57
Caro
Frohes Neues Jahr!
LG, eine stille Leserin
1.1.2007-15:13
Jolie
Augenbloglich blogge ich gerade
21.12.2006-19:20
Tina
Ich hab selbst 3 Kinder im Alter von 1 - 4 Jahren ... du schreibst mir aus der Seele! Danke!
20.10.2006-22:28
Gartenfee
Du bist jemand, der etwas zu sagen hat und ich bin sehr froh, dass du wieder aufgestanden bist. Gratuliere von Herzen. Jemand, der oft an dich denkt auch ohne Kontakt
8.9.2006-19:54
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Blogeinträge (themensortiert)

Thema: körperlich

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essgestört

Heute morgen zeigte die Waage genau 85 Kilo an.
Mein zweites Etappenziel - dass ich nicht vor Stolz geplatzt bin ist alles.

Die Ernährungsumstellung hat geklappt. Dachte ich.....

Nun war heute ein ganz furchtbarer Tag. Ich stand heftigst unter Termindruck, musste ungeplant die jüngste Tochter aus der Schule abholen, da es ihr nicht gut ging und ziemlich viel hin und her organisieren.
Nebenher mussten wichtige Unterlagen geschrieben und vollendet werden.

Alles in allem - es war arg stressig und ich lief konstant auf Hochtouren.

Es kam, wie es eigentlich kommen musste, ich stopfte gerade wahllos eine Pizza und ein ein dickes Eis in mich hinein.

Ich ließ mir gar keine Zeit zum Überlegen, denn mir war klar, mein Kopf wusste genau, was da warum falsch lief.

Es ging nicht um Hunger. Ich hatte keinen. Es war diese Gier, die mich gerne in stressigen Situationen überfällt, geradeso, als wolle ich mich mit Essen belohnen, den Frust wegessen.
Das natürlich ist gänzlich irrational, da mit jedem Biss neuer Frust in mich hineingeschaufelt wird.

In diesen Momenten wird mir klar, dass ich eindeutig an einer Essstörung leide.

Ich bin nun nicht in ein tiefes Loch gefallen, weil ich die Pizza und das Eis verschlungen habe, ich finde es nur bedauerlich, dass ich nicht einmal in der Lage war und bin, das Essen dann wenigstens zu genießen.

Es wird mir nicht weiter schwerfallen, morgen einfach weiter zu machen, mit dem, was ich Anfang des Jahres begonnen habe, aber ich weiß, ich bin vor derartigen Momenten des Rückfalls keineswegs geschützt, weil ich noch keine Alternative für mich entdeckt habe.

Der Körper giert nach Fett und Süßem und statt ihm etwas wirklich Wohltuendes zu gönnen, gebe ich ungefragt nach und überlasse mich dieser hässlichen allesverschlingenden Gier.

Und die Angst besteht darin, dieser Gier nicht nur zu verfallen, sondern sich ihr anzugleichen.

Es hilft nur ihr ins Auge zu sehen, um ihr widerstehen zu können.

suan 24.02.2009, 19.14 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Gespräch unter Dicken

Sie: "Wow, wie viel hast Du abgenommen!"

Ich: "12,5 Kilo!"

Sie: "Klasse, was machste? Schlank im Schlaf?"

Ich: "Nein, ich habe die Ernährung umgestellt, versuche mehrmals in der Woche Dinner Cancelling und gehe mindestens dreimal die Woche ins Fitnessstudio!"

Sie: "Siehste, dazu fehlt mir die Zeit!"



Das wäre noch vor wenigen Wochen auch mein Spruch gewesen.
Frei nach dem Motto, ich würde ja gerne abnehmen, aber ich habe keine Zeit dafür.

Ich fand mich gestern in meinem Gegenüber wieder.
Wahlweise kommt auch gerne: "Abnehmen ist so teuer.......!"

Mit diesen Lügen beruhigt man das eigene Gewissen ganz wunderbar.
Natürlich wusste ich immer wenn ich so etwas sagte, dass es eine Lüge ist.
Vorgeschoben, um nicht den unbequemen Weg gehen zu müssen.

Aber was der Kopf weiß muss er noch lange nicht einsehen.

Ich reagierte regelmäßig sehr empört, wenn mir jemand sagte, ich müsse mehr Sport treiben.

Neben Beruf, Familie und Haushalt nun auch noch Sport?
Klar, ich kann mich ja aufteilen.

Natürlich ist das Quatsch.

Ich wusste es, ich weiß es, aber das schützt nicht davor, wieder in diese Verhaltensmuster zu verfallen.

Manchmal habe ich regelrecht Angst davor, wieder zurückzufallen in alte Gewohnheiten, den unbequemen Weg abzubrechen, den bequemen zu gehen.

Zeit ist immer relativ.

Weniger Zeit am Computer, weniger Zeit mit einem Buch auf dem Sofa und schon passt das mit dem Fitnessstudio.

Aber die Psyche will überlistet werden und der innere Schweinehund bellt nicht nur laut.
Er beißt auch gerne mal zu.


suan 23.02.2009, 11.33 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Das Stiefel Trauma

Mit Überschreiten eines gewissen Fettheitsgrades konnte ich natürlich keine Stiefel mehr tragen.
Selbstverständlich gibt es Weitschaftstiefel, aber bislang fand ich kein schönes Exemplar.
Also kaufte ich grundsätzlich die Stiefel, die mir gefielen und wandte die diversen Tricks aller dicken Stiefelträgerinnen an.
Als da wären den Reißverschluss nicht ganz zu verschließen oder aber den Stiefel derart nach unten zu shoppen, dass sich das Leder wellig über die Fußknöchel schlägt.

Ja, im Grunde hat man dann keinen Stiefel mehr, nur wellenschlagendes Leder am Fußknöchel, aber als dicker Mensch trickst man die eigene Psyche doch immer mal wieder gerne aus.

Ich habe mir vor drei Wochen neue Stiefel gekauft.
Natürlich ohne Weitschaft, dafür aber wunderschön.

Ich probiere die Teile ja grundsätzlich nicht im Laden an, weil ich es tunlichst vermeide, dass eine Verkäuferin durch den ganzen Laden brüllt:

"Heee, Eva, ham wa noch Weitschaft?"


Erst zu Hause bewunderte ich meine neuen Stiefel und zog sie denn auch an.
Sie passten nicht.
Ich meine, sie passten am Fuße wunderbar, aber meine Waden waren doch mal wieder bzw. immer noch zu stramm geraten - welch alberne Umschreibung.

Ich shoppte also weiterhin und als mir das zu blöde wurde, stellte ich die Teile in die Ecke.

Heute nun, zu meinem grandiosen Hexenkostüm, das ich zum Schulkarneval trug, kramte ich die Stiefel wieder heraus.

Ich zog sie, zog den Reißverschluss hoch und dachte, ich seh nicht recht:

Er ließ sich mühelos bis oben hin zu ziehen!

Ein unglaubliches Erlebnis, wie ich gestehen muss.

Die Waage zeigt 85,3 Kilo was bedeutet, 12,3 Kilo sind weg.

Einige Gramm anscheinend auch an der Wade.

Ich lege mein Trauma ad acta.

Wow, welch ein Gefühl!

suan 19.02.2009, 17.26 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

10,1 Kilo und niemand sieht es

Wahrscheinlich ist es Sucht.
Ansonsten ist es mir unbegreiflich, warum jeder Tag ein Kampf ist.
Ich habe keinen Hunger. Das ist es nicht.
Ich kämpfe gegen diese unersättliche Gier nach Süßigkeiten.

Natürlich weiß mein Kopf, dass das krank ist.
Ebenso ist mir bewusst, dass ich diese Süßigkeiten nicht brauche.
Dennoch ist es Kampf.

Vielleicht lässt sich das am ehesten vergleichen mit dem Wunsch nach einer Zigarette, wenn man mit dem Rauchen aufgehört hat?

Ich habe nie geraucht, stelle mir das Gefühl aber ähnlich vor.

Die Tage verinnen momentan zu schnell.
Beruflich bin ich arg eingespannt und innerhalb der Familie ist auch immer etwas los.

Mir bleibt kaum Zeit, groß über das Abnehmen nachzudenken, zu sinnieren, Pläne zu schmieden.

Mittlerweile habe ich 10.1 Kilo abgenommen.
Für die wenigen Wochen ein erstaunliches Resultat, mit dem ich so nicht gerechnet hatte.

Und das, obwohl ich durchaus so manchen Kampf gegen meine innere Gier verliere.
Zurück bleibt stets der schale Geschmack der Disziplinlosigkeit.

Die Gedanken drehen sich sehr schnell im Kreis. Einmal zu einer Süßigkeit gegriffen, bin ich mir plötzlich - von einer Minute zur anderen - ganz sicher, dass ich eigentlich doch gar nicht abnehmen muss.

Ich meine, ich habe eine Familie und Freunde, die mich so lieben wie ich bin.
Ich habe Erfolg im Beruf - geht es mir nicht gut?

Und so schlimm sieht man mit 30 Kilo Übergewicht doch gar nicht aus, oder?
Komm, den einen kannst Du noch, kannst ja morgen weniger essen.....

Der Punkt nur ist: Mir geht es deutlich besser mit jedem Kilo weniger.
Ich fühle mich deutlich besser mit jedem Gramm, dass die Waage weniger Zeit.
Es ist ein tolles Gefühl, wenn die Hosen anfangen zu schlabbern und nichts mehr am Bauch kneift.

Abnehmen, das ist für mich die Steigerung meiner Lebensqualität und dennoch bleibt es Kampf.

Es hat sich eingependelt, dass ich drei- bis viermal in der Woche zum Sport gehe.
Zeit, die mir natürlich an anderer Stelle fehlt.
Und dennoch habe ich mich in den wenigen Wochen bereits daran gewöhnt und die Sportzeit zu schätzen gelernt.
Zeit, die ich für mich und meine Gedanken habe.
Zeit, in der ich mich nicht um andere sorgen muss, in der ich nicht hektisch von einer Organisiererei in die nächste verfalle.
Zeit nur für mich.

Ich mag den Sport nach wie vor nicht.
Die Geräte sind immer noch meine Feinde. Nicht alle, aber einige.
Die Bauchmuskelübungen quälen mich, weil ich sie nie gebraucht habe, diese Muskeln und sie nun jämmerlich aufschreien.

Ich absolviere brav meine Trainingsrunde und belohne mich jedesmal mit dem Gang in die Sauna.
Dort kann ich herrlich entspannen, abschalten, zur Ruhe kommen.

10,1 Kilo sind eine Menge Masse, doch niemand scheint es zu sehen.

Ich warte immer noch auf den Augenblick, in dem jemand die entscheidend motivierenden Worte zu mir sagt: "Mensch, hast du abgenommen?"

Doch vielleicht bedarf das erst zehn weiterer Kilos.
Ich bleibe am Ball.
Der Kampf geht weiter.




suan 14.02.2009, 08.06 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

lahmer Gaul

Naja, ich meine, ich würde auch nicht auf ein Pferd wetten, das in den vergangenen Rennen zwar hurtig losgelaufen, dann auf offener Strecke die Lust verloren hat und das Ziel nie gesehen hat.

Deshalb verstehe ich, dass kein Mensch mir glaubt, dass ich es ernst meine.

Gerne wird mir da noch einmal extra die Pralinenschachtel entgegengehalten mit den netten Worten: "Nun nimm doch, zier dich nicht so!"
Auch immer wieder gerne gehört der Satz: "Der eine Keks macht den Kohl auch nicht fett!" gefolgt von albernen Gekicher.

Trotzdem habe ich die erste Woche tapfer durchgehalten.
Schon allein das traute mir niemand zu.
3 Kilo weniger zeigte die Waage heute morgen, das Wasser habe ich also schonmal vergrault, nun geht es ran an den Speck.

Fünf von sieben Tagen war ich im Fitnessstudio, da behaupte noch mal jemand, ich sei keine wahre Heldin.

Gestern zum Beispiel, das war die Hölle.
Nicht allein, dass ich mich an den Geräten abquäle, nein, da treffe ich erst schweißtriefend die ehemalige Kindergärtnerin meiner Töchter und musste hören:

"Ach, SIE hier, naja, bisschen Abspecken wäre ja auch nicht schlecht bei dem Gewicht!" dazu ein wissendes Schmunzeln.
Ich neige ja dazu in solchen Augenblicken ein wenig biestig zu werden und konterte hechelnd mit meiner letzten Luft (während ich selbstverständlich eifrig weiterradelte):

"Sie waren auch schonmal schlanker!" und konzentrierte mich dann wieder auf meinen Radelvorgang.

Kurze Zeit später rempelte mich die Mutter einer Freundin meiner Tochter an:

"Ey, was machst Du denn hier? Dich hab ich ja hier noch nie gesehen, seit wann bist Du denn hier Mitglied!"

"Verdient hätte ich den goldenen Mitgliedsausweis, wenn ich dann mal käme!" keuche ich erneut und frage mich, warum die mich nicht einfach alle nur radeln lassen?
Demonstrativ stöpsle ich mir meine Ohrpfropfen rein und lasse mich von Madonna berieseln: Miles away.....

Sie scheint die einzige zu sein, die weiß, wohin ich mich sehne.
Aber natürlich radele ich weiter.
Wahrscheinlich habe ich längst meine ganze Heimatstadt durchradelt auf dem Teil.

Die Ohrstöpsel haben etwas für sich. Ich höre nicht mehr wie laut ich atme.
Wobei "lautes Atmen" trifft es jetzt nicht im Kern, ich bin längst im Hechelstadium angekommen, man könnte meinen, ich läge in den Presswehen.

Da ich ja leicht paranoid veranlagt bin, ziehe ich die Stöpsel zwischendurch immer mal wieder heraus und überprüfe, ob mein Gekeuche noch nicht zu peinlich, laut und penetrant geworden ist.
Ich habe Glück, die Beschallungsmusik des Aerobickurses nebenan übertönt mein Geächze mühelos.

Schön, dann auch noch eine Arbeitskollegin zu treffen. Noch schöner ihre Mitteilung an mich, ich sei auch wirklich zu fett.

Ich trete die Pedale derart aggressiv, dass ich meinen neuen persönlichen Rekord breche und 8.5 Kilometer in 20 Minuten fahre.
Immerhin verbrauchte das 188 Kalorien.

Die Kollegin läuft lässig, elegant auf dem Laufband.
Kein Schweiß rinnt über ihr perfekt geschminktes Gesicht. Ihre 36er Klamotten sind bügelfrisch und sie schafft es mühelos, sich mit mir zu unterhalten, während ich fix und fertig vom Rad steige.
Ich meine, sie unterhält sich natürlich im Grunde mit sich selber, da ich nicht in der Lage bin zwischen zwei gestöhnten Atemzügen auch noch so etwas wie Worte aus meinem Munde perlen zu lassen.

Ich lächle höflich und zeige dann demonstrativ auf die anderen Geräte.
ICH bin schließlich nicht zum Plaudern hierhergekommen.

Ehrlich gesagt stinke ich nach Achselschweiß.
Meine Haare hängen mir verschwitzt um die Ohren und ich sehe aus, als hätte ich soeben den Marathon meines Lebens bewältigt.

Ich finde es ein wenig schade, dass ich mir kein Schild umhängen kann:

Ich, Susanne, habe meinen inneren Schweinehund bereits fünfmal hintereinander besiegt!

Die Gefahr, dass man mich neben dick auch noch für gaga hält ist einfach zu groß.

Doch mein innerlicher Triumph ist mir gewiss!!!

suan 12.01.2009, 17.28 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

quadratisch, praktisch, ich

Da saß ich mal wieder und radelte.
Normalerweise schaue ich stumpfsinnig auf die Wand vor mir und vertreibe mir die Zeit mit innerlichen Flüchen.
Manchmal horche auch in mich hinein und warte auf das Gefühl der Euphorie, das sich doch bei sportlichen Aktivitäten einstellen soll.

Ich habe schon sowas von in mich hineingehorcht, nahezu schier unmöglich, noch tiefere Horchstellen ausfindig zu machen, aber was soll ich sagen?

Nichts.

Nichts ist im Grunde auch nicht wahr, denn immerhin erklingen meine innerlichen Flüche, aber von der Euphorie scheine ich noch meilenweit entfernt.

Darum fiel mein Blick, die gelb gestrichene Wand ist auf Dauer doch zu eintönig, heute mal nach rechts.

Ich radelte also und schaute nach rechts.
Dass mich nicht der Schlag traf ist alles.

Ich konnte meinen Schrecken gerade noch einigermaßen verstecken.
Die Grimasse, die ich zog, führten andere Nutzer sicher auf meine verzweifelten Radelanstrengungen zurück.

Ich saß also da, radelte, schaute nach rechts und fiel fast vom Rad, denn das, was mir der Spiegel dort offenbarte war ganz nüchtern betrachtet eine einzige Katastrophe.

Wie soll ich das jetzt mal anschaulich beschreiben.
Also unter meinem Kopf und dem Doppelkinn - erwähnte ich schon meine Doppelkinnneurose? - also unter dem und dem gedrungenen Hals war irgendwie ein Quadrat.
Okay, man könnte schon sagen, ein eher abgerundetes Qudrat, aber irgendwie eben schon sehr quadratisch.

Und dann kamen noch die Beine.
Bzw. das, was man davon sehen konnte.

Es sah also aus, als säße ein zuckendes Quadrat auf dem Rad.

Alles in allem war ich nicht nur entsetzt, sondern ich war das Entsetzen in Person.

Just in dem Moment, ich hatte mich noch gar nicht wieder gefasst, kam eine Freundin auf mich zu und meinte ganz nett:

"Wow, hast Du abgenommen? Du siehst so schlank aus!"

Wenn man sich soeben als zuckendes Quadrat wahrgenommen hat, ist dies kein Kompliment.
Das wusste die arme Freundin nicht und so bin ich auch nicht an die Gurgel gesprungen, ich überlegte jedoch, wie ich ausgesehen haben muss, bevor ich so aussah wie heute.
Denn wenn ich heute schlanker aussehe und dennoch quadratisch, dann ist mein Urzustand kaum mehr ermess- und schon gar nicht mehr vorstellbar.

Ich keuchte ein paar einigermaßen höfliche Worte, die sowieso nicht zu verstehen waren, da ich so aggressiv in die Pedalen trat, dass mein Atem streikte und ich ins Röcheln überging.

Meine Freundin zeigte großes Verständnis für meine Atemnot und lobte meinen Fleiß ehe sie grazil in so einen Möderkurs schritt.

Ich radelte also weiter.
So eine gelbe Wand ist auch ganz schön.
Manchmal weiß man Schlichtheiten erst zu schätzen, wenn man zuvor Scheußlichkeiten zu sehen bekommen hat.

Ich werde den Besitzer des Studios verklagen.
Der Spiegel gehört abgenommen.

Er kann von Glück sagen, dass ich keinen Herzinfarkt bekommen habe!


suan 10.01.2009, 16.47 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Kilo Panik

In der Sauna sprang mich die folgende Titelseite nahezu an:





Natürlich musste ich das lesen, denn nichts legitimiert das eigene Dicksein mehr, als die Gewichtszunahme anderer Menschen.
Und wenn diese Menschen dann auch nich bildschöne Prominente sind, schlägt das eigene Gewissen doch gleich ein paar Purzelbäume.

Da lag ich also nun, dick und träge in meiner Saunaliege und besah mir die Fotos dieser hübschen Menschen.

Vorher - nachher Bilder, was sonst?

Man sah in der Tat, dass die ein oder andere der Damen minimal zugenommen hat, aber sagen wir mal so, tendenziell hatten sich einige da von dürr auf schlank gegessen.
Um das für meine eigene Psyche ausnutzen zu wollen, musste ich schon sehr um die Ecke denken.
Ein simples: "Na siehste, sogar die nehmen zu!" half da auch nicht mehr.

Um die Ecke denken verbraucht keine Kalorien, also konnte ich mich doch nicht länger mit diesen Damen beschäftigen.

Naheliegender ist es da schon, die anderen Saunabesucher kritisch zu beäugen und sich zu freuen, wenn  jemand auftaucht, der mindestens das eigene Gewicht, wenn nicht noch einige Kilos mehr mit sich herumträgt.
Das mindert - befremdlicherweise - das eigene Leid enorm.

Sofort spricht das innere Ich zu einem und macht darauf aufmerksam, dass man erstens nicht alleine dick ist und zweitens es ja noch weitaus dickere Menschen gibt als man selber einer ist.

Das legitimiert sozusagen das eigene Gewicht und man fühlt sich gleich bedeutend besser!

Gut, dieses Gefühl verfällt mit dem nächsten Blick in den Spiegel, aber wie ich schon einmal schrieb, nichts kann ich besser, als Spiegel zu ignorieren......

Ich finde es sowieso eine Frechheit, das Fitnessstudio und die Sauna überall und an allen denkbaren Orten mit Spiegeln zu bestücken, aber das wäre wieder ein ganz anderes Thema..........

suan 10.01.2009, 07.42 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Wimperndauerwelle

Mir ist jetzt klar, welchen psychologischen Trick die Modemacher mit ihren scheußlichen Kreationen für übergewichtige Menschen verfolgen.

Trägt man einen Pulli - oder wahlweise eine Bluse etc. - mit außerordentlichen großen, bunten und extrem hässlichen Musterungen, wird Dein Gegenüber denken:

"Oh mein Gott, wie kann man so etwas nur anziehen?"

Während Dein Gegenüber also über Deinen völlig verkorsten Modegeschmack sinniert, soll er - so das Ziel der Modemacher - darüber hinwegsehen, dass Du dick bist.

Leider aber funktioniert dieser Trick nur bedingt, denn Dein Gegenüber wird denken:

"Oh mein Gott, wie kann man so etwas nur anziehen, wenn man so fett ist?"

Darum meide ich schrill bunte Outfits, großzügig bemustert natürlich, denn noch mehr Hässlichkeit kann ich mir nicht leisten.

Anders sieht es natürlich mit Schönheit aus.
Wenn schon die Mode für mich nicht wirklich viel hergibt, muss ich mich nach Alternativen umschauen.

Gestern im Fitnessstudio meiner Wahl sprang mir also die folgende Werbung ins Auge:


Wimperndauerwelle



Nachdem ich also zunächst kopfschüttelnd meines Weges ging - selbstverständlich direkt auf so ein Höllenteil zu, das mich fitmachen soll - überdachte ich nocheinmal kurz die Werbeaussage und kam zu dem Schluss, dass eine Wimperndauerwelle natürlich ideal für mich wäre.

Wenn alle Welt auf meine sagenhaft bedauerwellten Wimpern schaut, die natürlich dann nicht hässlich, sondern sagenhaft schön wären, bliebe keine Zeit mehr, auf die überflüssigen Kilos zu schauen.

Während ich also so vor mich hin schwitzte, wuchs das Bedürfnis nach einer solchen Dauerwelle enorm.
Mir ist völlig schleierhaft, wie man Wimpern bedauernwellen will, aber das soll ja mal nicht mein Problem sein.

Ich schwitzte also und radelte, und radelte und schwitzte und stellte fest, dass Sport meinen Geist eindeutig trübt.

Ich meine, wer zum Henker erfindet eine Wimperndauerwelle und wer - zum dopppelten und dreifachen Henker - lässt sich eine solche auch noch machen?

Da müssten meine Wimpern schon bis zum Kinn baumeln, ehe irgendwer geneigt wäre, mein Übergewicht zu übersehen.

Trotzdem mal ein netter Ansatz.
Und wer weiß, vielleicht tragen meine Wimpern demnächst ja doch Locken!?

suan 10.01.2009, 07.30 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Das Fett muss weg!

Ich bin fett.
Ich müsste ehrlicherweise schreiben: Mal wieder!

Als lebendes Beispiel des vollendeten Jojo-Effekt wäre ich allerbestes Anschauungsmaterial.
Ich beherrsche die für überlebenswillige Dicke nötige Tugend der Verdrängung nahezu perfekt.
Kein Spiegel, den ich nicht ignoriere, keine Fensterscheibe, die ich nicht links liegen lasse.
Zudem erfülle ich sämtliche Klischees, die über Dicke kursieren und kann ehrlicherweise behaupten: Bei mir sind sie keine Klischees.

Ich esse zu viel.
Ich esse zu viel Süßes.
Ich esse ungesund.
Ich bin faul.
Ich mag keinen Sport.

Das sind im wesentlichen die wichtigsten Faktoren, die ich mir eingestehen muss, wenn ich etwas an der Tatsache ändern möchte, dass ich dick bin.
Dick klingt natürlich netter und wesentlich angenehmer als fett.
Fett, das schmerzt in den Ohren, im Herzen und in der Seele.
Fett, das klingt nach schmutzigem Schimpfwort, nach moralisch verwerflich.
Dick hingegen ist noch nahe genug an "pummelig", um weitaus weniger schmerzhafte Brisanz zu haben.
Zudem klingt fett danach, als hasse man seinen eigenen Körper!

Das Dicksein aber habe ich hinter mir gelassen.
Ich schätze so vor ca. 15 bis 20 Kilo.

Heute bin ich fett.

Die Waage zeigt 97,6 Kilo bei einer Körpergröße von 1,72 m.
Das entspricht einem BMI von 33,13 und ist ungesund.
Meine Lebensqualität sinkt mit jedem Gramm, das die Waage mehr anzeigt.

Natürlich weiß ich das schon lange.
Natürlich kenne ich das Prinzip der gesunden Enährung, weiß um die Wichtigkeit der Bewegung und beherrsche die Theorie perfekt.
Was nichts an der Tatsache ändern, dass ich hier und heute viel zu dick bin und mich - mal wieder - entschlossen habe abzunehmen.

Auslöser waren zwei Begebenheiten.
Eine gedankliche, eine praktische.

Mein Äußeres spiegelt nicht mein Inneres.
Die Menschen sehen mich, aber sie sehen nicht MICH.
Ich sehe etwas anderes, als die Menschen um mich herum, wenn sie mich anschauen.

Zudem, dass ich kann wirklich und wahrhaftig bestätigen, gibt es nichts Peinlicheres, als wenn man seine eigenen Skischuhe nicht selber zumachen kann.

Nein, ich habe kein Rückenleiden, aber einen Bauch, der im Weg ist......

Das Fett muss weg!


suan 03.01.2009, 16.20 | (3/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Die Dame neben mir

Die Dame neben mir ächzte noch lauter und vernehmlicher als ich.
Ihr Schweiß floss in Strömen, ihre Brille rutsche stets und ständig von der schweißnassen Nase und wurde ebenso stets und ständig mit einerm energischen Ruck wieder nach oben an die richtige Stelle geschoben.

Obwohl sehr unhöflich, konnte ich nicht anders, als die Dame neben mir verstohlen zu beobachten.
Das Alter ließ sich schwer schätzen, aber die 80 schien die Dame mir schon weit hinter sich gelassen zu haben.

Ihr hellblaues, sportliches Shirt war längst durchgeschwitzt, an den Händen trug sie - ganz profihaft - Sporthandschuhe.
Systematisch rackerte sie sich an jedem verfügbaren Gerät ab.

Ich merkte, dass es ihr sichtlich schwer fiel. Hin und wieder gelang es ihr kaum, die Sitzflächen der Geräte alleine zu "erklimmen".
Nur ungern ließ sie sich helfen.

Und während ich ebenso systematisch meine Übungen absolvierte, stellte sich mir die Frage, warum man sich das in diesem Alter antut?

Ich stellte mir vor, ich wäre über 80 oder in einem sonstwie denkwürdig gearteten Alter.
Ehrlich, ich kann mich jetzt schon nur mit Mühe aufraffen ins Fitnessstudio zu fahren.
Kaum vorstellbar, dass ich das je in einem solchen Alter und unter diesen sichtlichen Qualen tun würde.

Nach einem besonders lauten Ächzer, Seufzer und Kannnichtmehrlaut traute ich mich und sprach die Dame neben mir an.

Wir gerieten ins Gespräch und irgendwann stellte ich die Frage, die mich brennend interessierte:

WARUM?

"Weil ich weiß, wenn ich aufhöre mich zu überwinden, dann, erst dann bin ich wirklich alt!"

Ich muss gestehen, sie hat mich beeindruckt, die Dame neben mir.
Und wahrscheinlich ist mein Körper weitaus älter als der ihre.


suan 04.01.2007, 12.58 | (2/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

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