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»Ist das äußere Schicksal über mich hingegangen wie über alle, unabwendbar und von Göttern verhängt, so ist mein inneres Geschick doch mein eigenes Werk gewesen, dessen Süße oder Bitterkeit mir zukommt und für das ich die Verantwortung allein auf mich zu nehmen denke.«
(H.Hesse in "Gertrud")
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| Hanna |
| Nochmal herzlichen Dank für die Hilfe und du hast einen sehr tollen Blog ! (: |
| 26.11.2011-16:21 |
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| Gartenfee |
| Hi, bist du gar nicht mehr hier am Werk??? Das wäre aber schaade. |
| 25.2.2011-23:00 |
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| patricia |
| wie heißt deine lehrerin!!!!!!!! |
| 1.3.2008-16:20 |
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| NIcole |
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Hey, ich find das super das Du Dich durchgesetzt hast bei den anderen Müttern. Ist doch egal was die sagen. Bin stolz auf Dich. lieben Gruß
NIcki |
| 30.3.2007-9:25 |
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| Renate |
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Hallo, ich habe nicht herausgefunden, wie ich dich ansprechen kann. Ich lese jetzt durch ZUfall schonfast eine Stunde in deinem Blog. Du hast einenherzerfrischenden Humor und man kanneigentlich gar nicht aufhören, zu lesen. Vor allem, wenndu über den Nachwuchs schreibst, ist es so richtig lieb!
Ich gratuliere dich, dass du manch' Ungutes hinter dich gebracht hast! War gerne da! Lb. Grüße RENATE |
| 2.3.2007-18:21 |
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Blogeinträge (themensortiert)
Thema: Erlebnisse
Nuhr naja oder warum Fußball blöd ist!
Ich meine, wann gehe ich schon mal aus?
Seit ich dem Mutterdasein fröhne, habe ich das ja so gut wie abgeschafft, folglich freute ich mich also sogar auf Dieter Nuhr.
Natürlich hatte ich die Rechnung ohne Fußball gemacht.
Um genauer zu sein: Was interessiert mich Schalke?
Ich fand es schon ziemlich frech, dass ich eher zufällig über eine Mininotiz in der Zeitung gestolpert bin, Dieter Nuhr würde um eine Stunde nach hinten verlegt.
Von 20 Uhr auf 21 Uhr - wegen des Bundesligaspiels.
Hey, dachte ich, wie toll, die denken mit.
Die Fußballer fahren, wir kommen.
Natürlich hätte ich wissen müssen, dass Fußballer nicht dazu neigen zu denken und deren Umfeld passt sich wohl den Gepflogenheiten der Sportler an.
Wir kamen also gestern Abend zur Emscher-Lippe-Halle und mir schwante nichts Gutes, als ich diese horrenden Automassen sah.
Die wollen doch nicht alle zu Dieter Nuhr?!
Nein, natürlich nicht, es spielte ja Schalke, richtig.
Und das Spiel war nicht etwas beendet, nein, es hatte so gut wie gerade erst begonnen.
Mir persönlich ist es ja wurscht, dass die freitags Abend bei Flutlicht spielen müssen. Meinetwegen können die auch Nacktfußball um Mitternacht spielen, aber dass die Fußballbegeisterten wirklich alle Parkplätze im Umkreis von 30 Kilometer belegten, machte mich, man könnte sagen NUHR leicht aggressiv.
Nach einer geschätzten Ewigkeit fanden wir einen Parkplatz nahe Essen (oder war es Dortmund) und wanderten durch die herbstliche Kälte zurück (?) in Richtung Halle.
Wunderbar.
Da brezelt Frau sich einmal auf, weil, man erinnere sich, wann geht Mutter schonmal aus - und muss feststellen, dass Absatzschuhe überall steckenbleiben.
Bevorzugt im Sumpfgebiet, das wir zu überqueren hatten.
Irgendwann erreichten aber auch wir die Halle und unsere Stimmung war ungefähr da angelangt, wo die Temperatur schon lange weilte.
Also hofften wir wenigstens auf einen amüsanten Abend.
Nun ja, sagen wir mal so, es war dann aber Nuhr naja.
Wahrscheinlich kann Herr Nuhr nichts dafür.
Ich meine, bring mal eine Halle frustrierter Menschen, die wie blöd einen Parkplatz suchten, keinen fanden und dann eine Stunde durch die Kälte latschen mussten in Wallung.
Das schafft wahrscheinlich nur ein Herr Westerwelle in seinem Bemühen mal Englisch zu sprechen, Herr Nuhr blieb jedenfalls blass und farblos und vor allem hatte er sowas von Null Ausstrahlung, das war schon enorm.
Enorm enttäuschend.
Ich habe immerhin zweimal lachen müssen.
Für einen zweistündigen Abend jetzt nicht unbedingt ein gigantischer Schnitt.
Zudem ging es auch noch auf Kosten der Lehrer, aber was wäre die Welt, wenn wir nicht mehr über uns selber lachen könnten?
Wahrscheinlich ein einziges NUHRparadies.
Naja, wir kamen auch irgendwann wieder zu Hause an.
Nachdem wir das Sumpfgebiet erneut überquerten, hunderten besoffenen Fußballfans ausgewichen waren und das Auto tatsächlich in der Nähe von Gladbeck (oder war es Düsseldorf?) wiederfanden.
Ein herrlicher Abend neigte sich dem Ende entgegen.
Und bereits um 3.26 Uhr lag ich wieder im Bett.
Ich liebe den Fußball, wirklich, Nuhr Herr Nuhr muss noch ein wenig an seinen Pointen feilen.
S. 03.10.2009, 08.42 | (0/0) Kommentare | TB | PL
Die Jeremy Fraktion
Schweißgebadet hatte ich uns endlich einen Tisch erkämpft.
Gut, ich musste ein wenig nachhelfen und der russischen Dame, der ich meinen Ellbogen in die Seite rammen musste, um vor ihr am einzig leeren Restauranttisch zu sein, schmerzen sicher noch heute die Rippen, aber man muss Opfer bringen, wenn man in einer 1500 Personen Bettenburg einen abendlichen Essensplatz ergattern will.
Ich hätte dem ältlichem schottischen Herren nicht unbedingt mein Bein in den Weg stellen müssen, richtig, da spielten gewisse Racheglüste eine Rolle, denn der gute Mann hatte wenige Stunden zuvor versucht meine liebreizenden Töchter aus dem Pool zu verbannen.
"Kids, go away!" brüllte er und trampelte auf unseren 3 Euro türkischen Luftmatratzen herum, dass ausgerechnet dieser Mensch den einzigen freien Tisch vor mir ergattern sollte, das ging ja schonmal sowas von gar nicht.
Die Niederländer waren leicht zu überrumpelnn.
"Schauen Sie mal dahinten, wie wunderschön!" rief ich theatralisch und wies mit meiner Hand in das große gähnende Nichts vor unserem Hotel - die Müllhalde dort sah man im Dunkel nicht - und nutzte die Sekunde ihrer Abgelenktheit, um mich schwungvoll vor ihnen auf den freien Stuhl zu werfen.
Dass ich dabei den smarten Italiener vom Stuhl schmiss, der es wagte, sich vorzudrängeln, war im Grunde nur eine logische Konsequenz und eigentlich nicht erwähnenswert.
Quer über den ganzen Restaurantplatz schrie ich meiner restlichen Familie zu und winkte beidarmig und im mich schlagend.
Innerhalb von wenigen Tagen hatte ich es gelernt, mich den anderen Hotelgästen anzupassen und verteidigte nun stolz den errungenen Platz.
Zu sitzen war zwar nur ein erster kleiner Sieg, aber ein nicht zu verachtender.
Mein Blick schweifte direkt zu den umliegenden Tischen, denn was nun noch zum weiteren abendlichen Glück fehlte war Besteck.
Mittlerweile waren wir bescheiden geworden und teilten uns gerne ein Messer, eine Gabel und gegebenenfalls einen Löffel.
Reihum bekam man so, sofern man sich zum Buffett hatte durchkämpfen können, immerhin einen einigermaßen gepflegten Bissen in den Mund.
Die Mädel tendierten eher zur Piratenmethode und hatten schnell gelernt auch non-finger-food mit den Fingern zu verspeisen.
Besteck, so viel hatten wir bereits bei den anderen Reisenden abgeschaut, klaute sich man sich bestenfalls dann, wenn Leichtsinnige eines Tisches sich gleichzeitig in das Buffettgetümmel
stürzte.
Die polnische Familie staunte nicht schlecht, als sie zwar mit übervollen Tellern an ihren Tisch zurückkam, aber nun messer- und gabellos dumpf vor den Kuchen- und Kebabbergen saß.
Der pfiffige all-in-one-Tourist baut vor.
Erste Lektion: Lasse Deinen mühsam erkämpften Tisch niemals, auch nicht eine Sekunde, alleine oder gar aus den Augen.
Wir waren für das Abendessen gewappnet.
Alles hätte wirklich schön werden können.
Nett sozusagen, sieht man von den sturzbesoffenen Mitreisenden ab, die grölend unter den Tischen, Stühlen oder auch schonmal im Pool lagen.
Ein nettes Abendessen, sofern man zum Buffett gelangte.
Dann aber hatte sich eine deutsche Großfamilie die beiden Tische neben uns erkämpft.
Nicht so sittsam wie wir, nein, durchaus nicht.
Sie kamen, rissen den armen Spaniern die Stühle unter dem Allerwertesten weg und schrien:
"Ey, ihr wart lange genuch hier, macht euch vom Acker!"
Um wie viel kulitivierter waren da Rippenstößen und Beinchenstellen.
Mit hochgezogener Braue schaute ich verachtend auf die Bollofamilie herab und kümmerte mich um die eine, matschige, mühsam errungene Tomate auf meinem Teller.
"Jeremy, kommse her, ey!" schrie Mutter Proll und mir war sofort klar, dass das abendliche Essvergnügen ab sofort um eine Schwierigkeitsstufe gestiegen war:
Neben Tisch erkämpfen, Besteck klauen und Buffettkampf würde es fortan auch heißen müssen:
Weit weg von der Jeremy Fraktion.
Diese hingegen verkündete gerade lauthals:
"Ey, die Scheiß Russen, guckma. Teller voll, Hals voll, besoffen.
Alles schlechte Menschen, alles." war sich Jeremys Vater sicher.
"Pääätrick, datt kannse so nicht sagen ---- JEREMY, watt hab ich dir gesacht, kerr, komm her jetzt, verdammt ------ sind nicht alle scheiße. Gibt auch gute Russen!" wandte Mutter Jeremy ein und wurde direkt angeschrien:
"Gute Russen, hasse einen Pfeil im Arsch oder watt! Zeigse mir, die guten Russen will ich sehen!"
"Jeremy, hierhin, verhau nicht immer die andern Kinder, kerr, komm her hab ich gesagt sonst setzt ett watt!"
Der Genuss meiner Tomate war durchaus eingeschränkt, denn Jeremy war mittlerweile unter unseren Tisch gekrochen und biss mir in die tief gebräunte Wade.
Ein kleiner Tritt meinerseits beförderte das wohlerzogene Kindchen unter den Tisch unserer besoffenen belgischen Nachbarn.
Sollte Jeremy sich doch an belgischer Wade genüsslich tun.
"J E R E M Y, wo steckste schon widda!" kreischte die verzweifelte Mutter und zündete sich die 47. Zigarette an.
"Boah, stell dir vor, wir müssten datt alles zahlen!" bemerkte ihr Mann und trank das 24. türkische Bier.
Ich beschloss, dass ich diesen Abend ebenfalls nur mit Alkohol überleben würde und drängelte mich an die Bar.
Mit zuvor wohl zurechtgelegten Worten bat ich den Kellner freundlichst, in bestem Oxford Englisch, mir bitte Sprite mit Bier zu mischen.
"Radler?" fauchte mich der Kellner an und ich war so perplex, dass ich nicht antworten konnte.
Diese zögerliche Sekunde nutzte Olga, eine sehr eifrige Russin, die jeder Hotelgast bereits kannte, da sie keine abendliche Animation ausließ und sich gerne und immer wieder auf der abbruchreifen Bühne auszog, um mich zur Seite zu schubsen.
Ich stieß daraufhin einen alten Iren an, der seine Suppe vor Schreck fallen ließ und mich bitterböse anbrüllte.
Es klang zumindest so, als würde er mir die irische Pest an den Hals wünschen.
Mit Sicherheit kann ich das aber nicht behaupten, da meine Ohren mit dem gellenden Geschrei von Mutter Jeremy angefüllt waren:
"Jeremy, lass datt Bein der Tante los. Hörse?"
Jeremy schien nicht zu hören und ich wunderte mich kurz darüber, Frau Jeremy an der 1,3 Kilometer entfernten Bar immer noch hören zu können.
Mittlerweile minimal angenervt drängelte ich drei Damen aus dem Kosovo beiseite und bestellte ein Radler.
Die Kellner hatten gewechselt und der nun hinter der Bar stehende schaute mich an, als sei ich irre.
Wahrscheinlich lag er da gar nicht so falsch.
Ich sagte mein einstudiertes englisches Sprüchlein auf.
"No Inglisch hier this Bar. Russian?"
Russisch wollte ich an diesem Abend nicht unbedingt mehr lernen und verzichtete lieber auf mein Radler.
Auf dem Rückweg zum Tisch, geschätzte 2 Kilometer wagte ich einen Vorstoß zum Buffet und konnte es kaum glauben, als ich noch drei Gurken und zwei Salatblätter erhaschen konnte.
Wenn das mal kein Grund zur Freude war.
Stolz bugsierte ich meinen Teller durch die Menschenmassen.
Da passierte es.
Nicht zum ersten Mal, nein, aber bislang saß ich immer und musste keinen Teller im Stockdunkeln zum Platz balancieren.
Die Stromausfälle kamen regelmäßig und immer öfter, aber warum ausgerechnet, als ich mir ein üppiges Abendmahl hatte ergattern können?
Ich hielt mir den Teller über den Kopf.
Nicht, dass noch jemand meine Ausbeute moppsen würde im Dunkeln.
Nach dreiminütiger Dunkelheit sah ich, dass ich meinen Teller schräg gehalten hatte und mein opulenter Salat unter die Treter ganzer Horden von Menschen geraten war.
"Jeremy, scheiße, was machse da?" tönte es in meinen Ohren.
Und ich denk noch so: "Kann Urlaub nicht herrlich sein?"
als die volltrunkene Olga mir ihre 234. Vodka-Cola in den Ausschnitt goss.........
S. 08.10.2007, 20.16 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL
Panik im Freibad
Freibadwetter.
Die Kinder hatten lange genug warten müssen, also zogen wir heute gut bepackt und bestens ausgerüstet ins Freibad, genossen, Sonne, Faulenzen, Wellenbad und Picknick.
Selbstverständlich hörten wir die Sirenen.
Laut genug sind sie ja, aber faul auf der Decke liegend dachte ich nur:
"Irgendwo wird was passiert sein!"
Als das Geheul näher und näher kam wurde mir erstmalig mulmig und ich erinnerte mich daran, vor einigen Jahren in genau diesem Freibad schon einmal mitbekommen zu haben, wie ein Kind ertrunken ist.
Die Panik brach aus, als erste Feuerwehrwagen in das Freibad bogen und uns förmlich über die Decken fuhren.
Nicht ein Wagen, nicht zwei Wagen..... nein, die Wagenreihe, das Sirengeheul, das Blaulicht nahmen kein Ende und nachdem Sophia zuerst in hysterisches Gebrüll ausbrach, folgten die anderen Kinder unmittelbar und befand, es sei Zeit zu gehen.
Vermummte Feuerwehrmänner sprangen zwischen uns her, Lautsprecherdurchsagen versuchten uns irgendetwas klar zu machen, nur leider übertönten die Martinshörner das Gesprochene.
Also beruhigte ich die Mädel, packte hastig unseren Kram und wir verließen, wie tausende anderer Besucher, zügig das Freibad.
Vor dem Eingang weitere Fahrzeuge der Feuerwehr, Rettungswagen, Polizei und bereits Verkehrschaos.
Ich fragte einen Polizisten, was denn überhaupt los sei und erhielt die Information, es gäbe große Unregelmäßigkeiten mit der Wasseraufbereitungsanlage.
Plötzlich meinten alle Umstehenden - natürlich - sowieso und überhaupt einen Chlorgeruch wahrgenommen gehabt zu haben.
Ich nicht.
Das Szenario war furchteinflößend und sehr beeindruckend.
Noch nie zuvor habe ich so ein Aufgebot von Feuerwehrfahrzeugen, Rettungswagen und Polizei gesehen.
Was bleibt ist eine Gänsehaut.
S. 15.07.2007, 19.22 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL
Können Sie nicht......
..........ohne Ihre Kinder einkaufen gehen?
Dies wurde ich heute gefragt, als ich mit diesen beiden jungen Damen im Supermarkt einkaufte:

"Können Sie sich vorstellen, dass andere Menschen sich durch Kinder gestört fühlen? Nein, oder? Aber durch Raucher. Das ist doch ein Witz!"
Dann zog der Mann seines Weges und wir weiterhin kichernd des unseren.
S. 13.07.2007, 13.08 | (6/0) Kommentare (RSS) | TB | PL
Rollstuhl rabiat
Freitag Abend in der Schlange vor dem Zirkuszelt.
Die Ferienspaßwoche neigte sich dem Ende und Höhepunkt entgegen.
Eine Woche lang hatte Lena mit ihrer Freundin und über 80 anderen Kindern im Zirkus für die Vorstellung geprobt.
Die gespannten Eltern warteten nun neugierig darauf, dass der Zirkus seine Pforten öffnete.
Mit einem Male wurde ich derart unsanft von hinten angerempelt, dass meine Tasche von der Schulter in eine große Pfütze rutschte, ich selber mit der Stirn hart gegen einen Zeltpfosten stieß.
Als ich empört über meine Schulter blickte sah ich einen älteren Herrn, der mich böse anblaffte:
"Sehen Sie nicht, dass meine Frau im Rollstuhl sitzt?"
Der Rollstuhl mitsamt Frau stand ein gutes Stück hinter uns in der Schlange und natürlich hatte ich seine Frau nicht gesehen.
Der Mann drückte und drängelte weiter, stieß mir seine Ellbogen in die Seite, trampelte auf meine Tasche und fauchte:
"Nun machen Sie schon Platz!"
Ich hätte sicher gerne Platz gemacht, nur standen wir alle schon derart eng zwischen den Absperrgittern, dass es schlicht unmöglich war Platz zu machen und das versuchte ich dem Herrn auch noch einigermaßen freundlich zu erklären.
Als ich mich bückte, um meine Tasche aus dem Dreck zu holen, trat er mit seinen festen Stiefeln auf meine Hand.
"Ich hab doch gesagt, machen Sie Platz!" herrschte er mich daraufhin an und mir traten vor Schmerz die Tränen in die Augen.
In diesem Moment fuhr mir von hinten seine Frau mit dem Rollstuhl derart heftig in die Waden, dass ich auf meine Freundin kippte und mit dieser in die Pfütze zu meiner Tasche fiel.
Als wir uns wieder aufrichteten stieg heißer, lodernder Zorn in mir hoch.
Just in diesem Augenblick wurde das Zelt geöffnet und mit einem letzten plumpen Stoß drängte der Mann an uns vorbei und auf den Ordner zu.
"Meine Frau sitzt im Rollstuhl und kein Schwein macht Platz!" schrie der Herr dem verdutzten Ordner entgegen.
Dieser erwiderte:
"Wir haben für Rollstuhlfahrer doch Logenplätze reserviert, sie müssen nicht so drängeln!"
"Ich drängle, weil diese Frau" sein Finger zeigte unmissverständlich auf mich "weil diese unverschämte Frau uns nicht vorbei gelassen hat!"
Ich spüre den Zorn heiß in mir wallen, beiße mir aber auf die Zunge, ganz wohlerzogene Tochter und setze mich stumm an meinen Platz.
"Das ist Diskriminierung!" höre ich den Mann schreien und seine Frau flucht ebenfalls lautstark vor sich.
Die Menschen um mich herum sind sichtlich genervt, man hört es leise, unwillig grummeln, aber niemand - auch ich nicht - wagt es, das Wort zu erheben.
Warum eigentlich?
Ich bin stinksauer, platze vor Wut, sage aber nichts, weil die Frau im Rollstuhl sitzt und es politisch und menschlich eventuell nicht korrekt sein könnte, wenn ich eine solche Frau und ihren Mann anpampe?
Das Geschehene lässt mir keine Ruhe und ich frage einen Tag später einen Freund, ebenfalls an den Rollstuhl gebunden, was er von der Sache hält.
Er grinst erstmal.
Denkt nach und sagt dann:
"Weißt Du, das ist die kleine Macht, die wir über Euch Nichtbehinderten haben!"
Wieder dieses Grinsen und dann:
"Du bist selbst Schuld! Hätte Dich wer angerempelt ohne Frau im Rollstuhl hättest Du Deine Meinung gesagt. So aber kam das Mitleid durch und die Angst als Diskriminierer dazustehen. Also kämpfst Du innerlich mit Deinem Zorn und schluckst ihn herunter. Ziemlich herablassend."
"Herablassend?" frage ich schon wieder empört.
"Ja, herablassend. Vielleicht wollen diese Menschen gar nicht Dein Mitleid oder eine Sonderbehandlung. Vielleicht wollen sie, dass Du sie behandelst wie jeden anderen auch. Was gibt Ihnen das Recht, so herum zudrängeln? Wo steht, dass Rollstuhfahrer als erstes ins Zelt müssen oder dürfen oder sollen? Wo steht, dass Rollstuhlfahrer die Gesetze der Höflichkeit missachten dürfen!"
Nirgends. Natürlich steht es nirgends.
Aber warum dann das Gefühl in mir, man dürfe den beiden Menschen nicht böse sein, obwohl man es definitiv ist?
"Die haben sich schlecht benommen und nicht Du, weil Du stinksauer warst!" erklärt mir der Freund.
"Und das ist es, was ich mit kleine Macht meine. Ihr sorgt Euch darum, ob Ihr uns mit dem Wort Behinderter verletzt, sorgt Euch darum, ob man öffentlich sauer sein darf, wenn sich einer von uns schlecht benehmt. Wir können machen was wir wollen, wir haben immer diesen Sonderstatus. Und Ihr merkt nichtmal, wie lächerlich das ist.
Ich bin behindert, denn ich werde durch die Behinderung am Gehen gehindert. Egal wie Ihr das nennt. Und ich bin ein Mensch und habe mich an zwischenmenschliche Höflichkeitsregeln zu halten. Und wenn der Typ das nächste Mal ankommt und durch will, dann sagst Du ihm: Dahinten ist das Ende der Schlange!"
S. 01.07.2007, 13.34 | (3/0) Kommentare (RSS) | TB | PL
Und ich denk noch......
....was hupt der neben mir denn so blöde?
Als ich endlich einen gelangweilten Blick zum wild Hupenden werfe, gestikuliert dieser wild mit beiden Händen und weist auf meine Auto Seite.
Was will der Mann?
Ist ihm mein Auto zu dreckig?
Sonderbare Menschen gibt es, denk ich noch so, ehe ich rumpelnd weiterfahre und dann doch mal auf die Idee kommen, den rechten Fahrbahnrand anzusteuern.
Ich quäle mich mit meiner Ganzkörperprellung - der Treppensturz lässt grüßen - aus dem Auto und nehme zur Kenntnis, dass mein rechter hinterer Reifen so ziemlich gänzlich platt ist.
Es regnet in Strömen, ich stehe mitten auf dem platten Land, noch etliche Kilometerchen vom Kindergarten - in dem Tochter zwei wartet - und unserem Zuhause - vor dem gleich Tochter 1 stehen wird - entfernt.
Zudem bin ich eine Klischeeerfüllerin erster Güte.
Ich habe nicht den blassesten Schimmer einer Ahnung, was zu tun ist.
Also rufe ich erstmal im Kindergarten an und erkläre, dass ich Sophia später als geplant holen werde.
Leider ist es mir nicht möglich auch Lena zu informieren, da ich Dösmama nichtmal die Nummer der Schulbetreuung im Handy gespeichert habe.
Gut ist auch die Tatsache, dass ich mich - statt schön im warmen und vor allem trockenen Auto sitzen zu bleiben - in den schüttenden Regen stelle und mittlerweile triefnass bin.
Dies scheint, so geht es mir durch den Kopf, nicht unbedingt meine Woche zu werden.
Aber was beklag ich mich?
So ein Reifen wechselt sich leicht, Regen macht schön (sagte meine Oma schon immer) und Kinder können auch mal warten.
Mal schauen, was mir morgen Hitzewellen durch den Körper treibt!?
S. 13.11.2006, 15.44 | (2/0) Kommentare (RSS) | TB | PL
Vorwerk Vertreter
Ich grüble immer noch, welchen Teil des komplizierten Satzgefüges:
"Ich habe kein Interesse!"
der Vorwerk Vertreter an unserer Tür nicht so richtig verstanden hat.
Meinem ersten "Ich habe kein Interesse!" begegnete er lächend mit:
"Kennen Sie denn überhaupt unsere Produkte?"
Mein verneinendes und laut und deutlich vorgetragenes zweites: "Ich habe kein Interesse!" ignorierte er, indem er vielsagend unseren durchaus reinigungsbedürftigen Flurboden anschaute und erwähnte: "Wir haben auch etwas für harte Böden!"
Mein dauraufhin ebenfalls laut und deutlich, wenn auch durchaus freundlich, gesprochenes: "Ich habe kein Interesse!" zwinkerte er mit einem sicher gut einstudierten neckischen Augenaufschlag beiseite und pries mir daraufhin, eine gänzlich neue Staubsaugerkultur an.
Auch wenn ich mit vorkam, wie die Endlosansage einer Telefonwarteschleife, ich erklärte erneut nachdrücklich mein Desinteresse.
"Ihr Boden hätte es aber mal nötig!" wurde der Mann direkter und dies war der Moment, in dem mir einfiel, dass ich ja irgendwie im Grunde so etwas wie Hausrecht besitze und bat ihn schlicht nun zu gehen........
"Dann kann ich Ihnen auch nicht helfen!" erboste sich der Gute.
Schade, ich hätte Hilfe eigentlich gut brauchen können - dies zumindest suggerieren mit die zwei bis zehn Körbe Bügelwäsche......
S. 12.10.2006, 12.35 | (3/0) Kommentare (RSS) | TB | PL
Reibung ist alles
Ich bin ja eine Strom und Elektrizitäts Unexpertin. Da ich aber zu einer Expertin werden möchte, besuchte ich heute eine wunderbare ganztägige Fortbildung zu diesem Themenbereich.
Von Anfang an stellte sich mir die Frage, warum noch nie jemand auf die Idee gekommen ist, Fortbildungen im Primarbereich als Reality Soap aufzuzeichnen?
Ich könnte mir vorstellen, dass es durchaus etwas Amüsantens hat, wenn 20 erwachsene und gestandene Personen wie wild und halbirre einen aufgeblasenen Luftballon an ihrem T-Shirt- oder Blusenbauch schubbeln und reiben und reiben und reiben......
Denn Reibung ist, so weiß ich jetzt, einfach alles.
(Zumindest was den Strom betrifft!)
Glücklicherweise hatte meine Sitznachbarin so ein Kunststofffasernshirt an, ich mit meiner herrkömmlichen Baumwolle am Leibe konnte bei der Reibungsaktion nicht wirklich mithalten, mein Ballon brachte sozusagen Null Effekt.
Nicht so der meiner Nachbarin. Haare standen zu Berge, Alustreifen flogen wie magisch angezogen vom Tisch auf und jedes noch so kleine Phänomen entlockte uns lautstarke Freudenrufe.
Probleme ergaben sich erst, als der Alustreifen, locker über den Rand einer Metalldose gelegt sozusagen von rückwärts zum Abstehen gebracht werden sollte.
Nach vielen Mühen und arg dollen Reibungen resümierte meine Nachbarin:
"Von hinten geht nicht!"
Was nicht nur den männlichen Kollegen ein Schmunzeln entlockte.
Immerhin war ich nach kurzer Zeit in der Lage zwei Glühbirnen mittels einer Batterie zum hellen Leuchten zu bringen und meine drei gebastelten, provisorischen Schalter konnten a) je eine Lampe ausschalten und b) beide gleichzeitig ausschalten.
Dies macht mich doch sicher zur Superexpertin.
Leider musste ich mir anschließend die Blöße geben, nicht zu wissen was ein heißer Draht ist.
Den nämlich musste jeder noch basteln und nachdem ich verstanden hatte, dass es so ein Drahtdingens ist, bei dem man mit einer Drahtschlaufe versucht über einen anderen Draht zu gehen ohne dass ein Lämpchen leuchtet, machte ich mich frohgemut ans Werk.
Es erheiterte meine Mitrunde doch sehr, als ich nicht bemerkte, dass ich längst einen funktionierenden heißen Draht hatte, aber hier und da noch gänzlich überflüssige Kabel verlegte.
Man nennt dies, selbstverständlich, entdeckendes Lernen.
;-)
Meinem Bauch allerdings hat es auch ganz gut getan, mal minutenlang von einem Ballon geschubbelt zu werden.
Alles in allem eine gelungene Fortbildung mit hohem Unterhaltungswert.
Immerhin weiß ich nun auch, warum die Vögel nicht tot von der Stromleitung fallen, sondern munter darauf sitzen und pfeifen können.
Und die Sache mit der Erdung habe ich nun auch verstanden.
Nicht, dass die Gefahr bestanden hätte, dass ich mich an ein Starkstromkabel hänge und die Füße auf den Boden stelle.......
Aber bei uns sind die Strommasten ja eh Eicheltürme.
S. 12.09.2006, 18.51 | (0/0) Kommentare | TB | PL
ein junger Mann
Gerade, als ich in einer sehr großen Ladenkette eine Kundenkarte beantragt habe, begab sich folgendes:
"Möchten Sie für Ihren Mann auch eine Karte?"
"Ja, gerne!"
"Wie alt ist denn ihr Mann?"
[Kurzer Einschub: Ich weiß grundsätzlich schon nie, wie alt ich bin, geschweige denn wie alt mein Mann ist!]
Spontan sage ich: "26!"
"Das dauert jetzt ein wenig, gehen Sie ruhig schon einmal in den Markt!" werde ich aufgefordert und mir schwant, dass mein Mann doch wohl keine 26 mehr sein kann.
26, so fällt es mir siedendheiß ein, war ein gerade als wir uns kennenlernten und das war 1999.
Wahrscheinlich hat die Dame sich gedacht: "Wie kommt die Frau an einen so jungen Mann!"
Zumindest starrte sie mich nicht offenen Mundes an.
Es wäre mir ein wenig peinlich gewesen, zurückzugehen und zu erklären:
"Ach, wissen Sie mein Mann ist doch nicht 26, ich hab mich da vertan,. er ist schon 33."
DANN wäre ich bestimmt erstrecht dumm angeguckt worden.
Da halt ich mir doch lieber meinen Mann jung.
S. 28.07.2006, 13.31 | (2/0) Kommentare (RSS) | TB | PL
alltäglicher selbstverständlicher Luxus
Schon vor Tagen lag ein kleiner Zettel in unserem Briefkasten, dass man aufgrund dringender Reparaturarbeiten am heutigen Mittwoch von 8.00 bis 11.00 Uhr den Strom in unserer Straße abstellen müsste.
Ich war also vorbereitet.
Gegen halb neun hörte dann auch der Staubsauger auf zu saugen.
Kein Problem - ich wusste ja warum.
Also duschte ich erstmal.
Als ich anschließend zum Föhn griff, ging dieser nicht.
Ach ja, kein Strom.
Gut, bügle ich eben die Wäsche.
Ach ja, kein Strom.
Mir wurde klar, wie selbstverständlich dieser Luxus STROM geworden ist und wie wenig ich darauf achte, wieviele meiner Tätigkeiten steckdosengesteuert sind.
Den Höhepunkt habe ich mir aber dann damit geleistet, dass unsere Mädel draußen spielen durften und ich erklärte, sie sollen anklingeln, wenn was sei.....
Nach einer Stunde wollte ich mal schauen, was die beiden so draußen machen.
Ich öffne die Haustür und zwei bitterlich weinende Kinder fallen mir in die Arme:
"Mama, wir haben schon so oft geklingelt, Du bist nicht gekommen!"
Ach ja, kein Strom.
Mein schlechtes Gewissen schlug Purzelbäume, auch wenn die Mädel sich rasch beruhigten.
Natürlich hätten sie nur rufen müssen, alle Fenster waren geöffnet, ich hätte sie sofort gehört, aber natürlich kommt man als Vier- und Sechsjährige nicht unbedingt darauf, wenn man ängstlich darauf wartet, dass Mutter die Tür öffnet.
Irgendwie ist häusliches Mitdenken augenblicklich nicht unbedingt meine Stärke.
S. 26.07.2006, 11.37 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL


